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Immer mehr Menschen flüchten aus Afghanistan - was macht die EU?

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Von Frank Weinert
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Immer mehr Menschen flüchten aus Afghanistan - was macht die EU?
Copyright  Senior Airman Brennen Lege/AP
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Über 200 Menschen aus Afghanistan sind auf dem belgischen Luftwaffenstützpunkt Melbroek eingetroffen. Belgien hat im Rahmen der Operation "Red Kite" insgesamt 400 Personen ausgeflogen – belgische Staatsangehörige und afghanische Ortskräfte.

Die geordnete Ankunft in Belgien steht in krassem Gegensatz zu den chaotischen Szenen in Kabul, die das ganze Wochenende über anhielten.

Angesichts steigender Flüchtlingszahlen in der gesamten Europäischen Union mahnen Nichtregierungsorganisationen (NGO) die Politiker, mehr humanitäre Hilfen bereitzustellen, so Catherine Woollard, Direktorin des Europäischen Rates für Flüchtlinge und Exilanten: "Was die EU gut macht, ist die Evakuierung und sichere Fluchtrouten für Menschen, die für die internationale Gemeinschaft gearbeitet haben. Auf der anderen Seite muss das ausgeglichen werden, indem man denjenigen, die aus eigener Kraft ankommen, Asyl gewährt."

Aber die Afghanen, die vor den Taliban fliehen, werden nicht in allen Teilen Europas mit offenen Armen empfangen. Der slowenische Premierminister Janez Jansa, der derzeit den EU-Vorsitz innehat, twitterte am Wochenende und erklärte: "Es ist nicht die Aufgabe der EU oder Sloweniens, jedem auf der Welt zu helfen, der auf der Flucht ist, anstatt für sein Heimatland zu kämpfen."

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat erklärt, dass sein Land niemanden aufnehmen werde.

Der Chef der EU-Außenpolitik, Josep Borrell, hat unterdessen vorgeschlagen, einen bislang nicht genutzten EU-Mechanismus zu nutzen, um vorübergehenden Schutz zu gewähren. Dazu Catherine Woollard: "Es funktioniert, indem einerseits humanitäre und operative Unterstützung geleistet wird und andererseits den ankommenden Menschen schnell Schutz gewährt wird, damit sie nicht in den Asylverfahren stecken bleiben und die Asylverfahren selbst nicht von den Ankommenden überlastet werden."

Während die Ankunft afghanischer Flüchtlinge in Europa für die EU zu einem politisch heißen Eisen werden könnte, gehen Migrations-NGOs davon aus, dass 90 % der Menschen, die fliehen, in den Nachbarländern Afghanistans untergebracht werden.