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Algerischer Ex-Präsident Abdelaziz Bouteflika gestorben

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Von euronews mit dpa
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Algerischer Ex-Präsident Abdelaziz Bouteflika gestorben
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In Algerien ist der langjährige Präsident Abdelaziz Bouteflika gestorben. Er hatte ab 1999 das Land fast 20 Jahre lang regiert. Als er 2019 ankündige, trotz schwerer Krankheit für eine fünfte Amtszeit zu kandidieren, gab es Massenproteste. Bouteflika trat zurück und machte den Weg für Neuwahlen frei. Bouteflika wurde 84 Jahre alt.

Als er 1999 an die Macht kam, hatte Algerien einen schlimmen Bürgerkrieg mit schätzungsweise 150 000 Toten hinter sich. Bouteflika setzte sich für ein Friedensabkommen mit den Islamisten sowie eine Amnestie für Tausende islamistische Kämpfer ein. Auf diese Weise gelang es ihm, den Terror einzudämmen und das Land ein Stück weit zu beruhigen und leistungsfähiger für das 21. Jahrhundert zu machen.

Innenpolitisch stand Bouteflika immer unter dem Vorwurf, sich nicht vom Einfluss mächtiger Militärs zu lösen. Außenpolitisch konnte er mehrere Erfolge verbuchen, etwa die Vermittlung eines Friedensabkommens für Mali, die Schlichtung des Grenzkriegs zwischen Äthiopien und Eritrea und die Aufnahme von engeren Wirtschaftsbeziehung zu Ländern wie Deutschland oder den USA. Ende 2012 gestand Frankreichs Präsident François Hollande zudem bei einem Staatsbesuch die Grausamkeit der Pariser Kolonialherrschaft ein. Bouteflika und Hollande unterzeichneten eine Freundschafts- und Kooperationserklärung.

Gesundheitlich war Bouteflika schon länger angeschlagen. Bereits 2005 hielt er sich mehrere Wochen zu einer medizinischen Behandlung in Frankreich und in der Schweiz auf - nach nie offiziell bestätigten Spekulationen wegen Magenkrebs. 2013 erlitt er seinen ersten Schlaganfall, von dem er sich nie wieder vollkommen erholte.