XXL-Kondom am Brandenburger Tor: Mit einer spektakulären Kunstaktion in Berlin macht die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) auf den Mangel an Verhütungsmitteln weltweit aufmerksam. Doch was steckt dahinter?
Sechs Meter und keinen Zentimeter kleiner: Auf dem Pariser Platz in Berlin-Mitte prangt ein XXL-Pariser, daneben eine gleich große Verhütungsspirale. Aufgestellt wurde die Installation von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), einer Organisation, die sich für selbstbestimmte Verhütung einsetzt.
Die Stiftung will darauf aufmerksam machen, „dass über 250 Millionen Frauen weltweit keinen Zugang zu Verhütungsmitteln haben“. So fehle ihnen die Möglichkeit, frei darüber zu entscheiden, wann und wie viele Kinder sie wollen, schreibt die DSW in einer Pressemitteilung.
„Symptomatisch sind die aktuell in Belgien lagernden Verhütungsmittel im Wert von 9,7 Millionen US-Dollar“, erklärt die Stiftung. Die Bestände sollen auf Wunsch der US-Regierung vernichtet werden, wie Euronews berichtete.
„Weltweit stellen ultrakonservative Kräfte die Selbstbestimmungsrechte insbesondere der Frauen immer mehr in Frage“, sagt Ludi Schlageter, Leiterin Advocacy Deutschland der DSW.
Durch die Schließung von USAID sind 600 Millionen US-Dollar weggefallen, die eigentlich für Verhütungsmittel weltweit eingeplant waren. Auch die Bundesregierung kürzte ihre Fördermittel: Im Haushalt 2024 plante sie noch 42,5 Millionen Euro für den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) ein. 2026 waren es nur noch 28,4 Millionen Euro.
Vergangenes Jahr konnten dank des UNFPA 659.000 unbeabsichtigte Schwangerschaften weltweit verhindert werden. Mehr als eine halbe Million Frauen und Jugendliche wurden mit Gesundheitsdiensten und Sexualaufklärung erreicht.
Mittlerweile wurde die Installation wieder abgebaut.