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15.706 km: Acht Covid-Intensivpatienten fliegen von Tahiti nach Paris

Acht Patienten aus Französisch-Polynesien, die wegen schwerer Covid-19-Erkrankungen auf der Intensivstation lagen, sind am Wochenende von Tahiti nach Kontinentalfrankreich ausgeflogen worden.

Dafür wurde A350 der Compagnie Air Caraibes gechartert und zu einer Notfall-Wiederbelebungseinheit umgerüstet. Der Flug wird vom Gesundheitsministerium mit 700.000 Euro für den Lufttransport finanziert.

Dabei handelte es sich um die längste je zurückgelegte Strecke bei einem medizinischen Evakuierungsflug, wie die französische Nachrichtenagentur Afp berichtet. Die Flugdistanz von Tahiti nach Paris beträgt 15.706 Kilometern.

Weltpremiere über eine solche Distanz und mit so vielen Patienten

Der Flieger brauchte 12 Stunden bis Pointe-à-Pitre und weitere 8 Stunden bis Paris. Der Zwischenstopp in Guadeloupe war notwendig, um die 18 Flaschen mit fast 60.000 Litern Sauerstoff zu ersetzen.

Es ist sei Weltpremiere über eine solche Distanz und mit so vielen Patienten, wird Dr. François Braun, Präsident des französischen Rettungsdienstes und Koordinator der Operation, zitiert.

Fünfunddreißig Krankenschwestern und zwei Tonnen medizinischer Ausrüstung reisten mit den Patienten, die in ein künstliches Koma versetzt wurden.

Bereits 130 Patienten aus französischen Überseegebieten evakuiert

Mit 593 Todesfällen bei 280.000 Einwohnern, von denen drei Viertel in den letzten sechs Wochen aufgetreten sind, ist Französisch-Polynesien eines der französischen Gebiete, die derzeit am stärksten von der Epidemie betroffen sind.

Die Zahl der Krankenhauseinweisungen ist in den letzten Tagen zurückgegangen, aber die Intensivstation steht nach Angaben des Krankenhauses weiterhin "unter großem Druck".

Nach Angaben des Gesundheits- und Sicherheitsdienstleisters International SOS wurden in den letzten Wochen fast 130 Patienten aus den französischen Überseegebieten auf das französische Festland evakuiert: zwölf Flüge von den Westindischen Inseln und einer von La Réunion. Allerdings liegen diese Inseln viel näher am Festland als Französisch-Polynesien.