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Ukraine: Vierte Kriegsnacht im Untergrund

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Von su  mit dpa
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Ukraine: Vierte Kriegsnacht im Untergrund
Copyright  Vadim Ghirda/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Viele Ukrainer haben  wegen drohender Luftangriffe eine weitere Nacht in unterirdischen Bunkern, Kellern oder U-Bahn-Stationen verbracht. Zu Beginn der laut Präsident Wolodymyr Selenskyj "entscheidenden 24 Stunden" für die Hauptstadt heulten Sirenen. In Kiew und Charkiw kam es nach einem Bericht des staatlichen Informationsdienstes der Ukraine zu mehreren Explosionen, aus Charkiw wurden Straßenkämpfe berichtet. Laut ukrainischem Militär hatten die russischen Streitkräfte am Sonntag „weiter in alle Richtungen geschossen“. Nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums wird der Vormarsch der Russen von heftiger Gegenwehr gebremst. 

Kiew und Moskau bereiten Gespräche an der belarussischen Grenze vor. Andererseits könnte sich Belarus als Partner Russlands womöglich selbst in die Kämpfe in der Ukraine einschalten. Fallschirmjäger sollen den Befehl bekommen haben, am Morgen in die Ukraine zu fliegen, so Medien (ukrainische Agentur "Unian"). Dabei hatte der belarussische Präsident Lukaschenko nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj noch am Sonntag versichert, nicht in den Krieg eingreifen zu wollen.

EU

Die EU stimmte Waffenlieferungen an die Ukraine zu, sperrte ihren Luftraum für russische Flugzeuge und verbietet russische staatliche Medien. Und hat in der Nacht zum Montag ihre schwerwiegenden Sanktionen gegen die russische Zentralbank in Kraft gesetzt.

Die europäischen Tochtergesellschaften der wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine mit Sanktionen belegten russischen Sberbank werden der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge „ausfallen oder wahrscheinlich ausfallen“. Aufgrund der „Auswirkungen der geopolitischen Spannungen auf ihren Ruf“ habe die mehrheitlich vom russischen Staat kontrollierte Bank „erhebliche Einlagenabflüsse hinnehmen“ müssen, so die EZB.

TAUSENDE TOTE

Die Ukraine meldete 352 getötete Zivilisten während der russischen Invasion. über Opfer unter den bewaffneten Kräften gab es keine Informationen.

Russland hat zum ersten Mal getötete und verletzte Soldaten in der Ukraine bestätigt – laut ukrainischem Generalstab verlor die russische Seite seit Beginn des Krieges mit der Ukraine etwa 4.500 Soldaten. (Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar schrieb bei Facebook von 4.300 toten Soldaten.) Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen („dpa“).

UN

Der UN-Sicherheitsrat hat für eine seltene Sondersitzung der Vollversammlung im Laufe des heutigen Tages gestimmt - das Treffen wird allen 193 Mitgliedern Gelegenheit geben, ihre Ansichten über die Invasion zu äußern. 

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor die Abschreckungswaffen der Atommacht in besondere Alarmbereitschaft versetzen lassen. Die Ankündigung wurde als Drohung mit dem Atomwaffenarsenal aufgefasst, obwohl Putin in einem vom Kreml verbreiteten Video nicht explizit davon gesprochen hatte.

Außerdem:

- Mit einem Selfie haben der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Verteidigungsminister Olexij Resnikow Berichten widersprochen, sie seien aus Kiew geflohen. «Wir halten die Stellung», twitterte Resnikow am Sonntag. Er betonte den Durchhaltewillen der Führung.

- US-Präsident Joe Biden berät sich an diesem Montag mit Verbündeten und Partnern.

- Japan schließt sich dem Ausschluss russischer Banken aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk SWIFT an.

- In Genf kommt der UN-Menschenrechtsrat zu seiner regulären Frühjahrssitzung zusammen. Der russische Außenminister Sergej Lawrowhat zwar seine Teilnahme angekündigt, dürfte aber wegen des gesperrten Luftraums der EU für russische Flugzeuge nicht anreisen können.

su mit dpa