Neue Weltära? Russland und China rücken enger zusammen

Russischer Außenminister Sergej Lawrow
Russischer Außenminister Sergej Lawrow Copyright Kirill Kudryavtsev/AP
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Von Julika Herzog mit dpa, AP
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China gibt seinem geostrategischen Partner Russland im Ukraine-Konflikt politisch Rückendeckung.

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Russland und China rücken näher zusammen. Erstmals seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine war der russische Außenminister Sergej Lawrow persönlich in China und traf mit seinem Amtskollegen Wang Yi zusammen, der ihn als «alten Freund» willkommen hieß.

"China und Russland haben die besten Beziehungen in ihrer Geschichte"

Beide Seiten hoben die Qualität der Beziehungen hervor und vereinbarten einen weiteren Ausbau der Kooperation. Zudem wollen sich die beiden Länder außenpolitisch enger abstimmen und international mit einer gemeinsamen Position auftreten.

Sergej Lawrow spielte darauf an, dass eine neue Weltära bevorsteht, die sich vom Neoliberalismus und den Werten des Westens entfernt, der 500 Jahre lang die Welt beherrscht hat.

"Wir durchleben gerade eine sehr ernste Phase in der Geschichte der internationalen Beziehungen. Ich bin überzeugt, dass am Ende dieser Phase die internationale Situation viel klarer sein wird und dass wir uns gemeinsam mit Ihnen und anderen Gleichgesinnten auf eine multipolare, gerechte und demokratische Weltordnung zubewegen,"so Lawrow.

Am Ende dieser Phase wird die internationale Situation viel klarer sein
Sergej Lawrow
russischer Außenminister

«Wir haben die besten Beziehungen zu China in der ganzen Geschichte seit ihrem Bestehen», hatte Lawrow schon vor der Visite in einem Interview hervorgehoben. Zuletzt hatte der Außenminister auch immer wieder betont, dass Russland ungeachtet der Sanktionen des Westens international nicht isoliert sei. So tragen auch andere wichtige Partner wie die Türkei und Indien die Sanktionen nicht mit.

Rückendeckung von China im Ukraine-Krieg

China gibt seinem geostrategischen Partner Russland im Ukraine-Konflikt politisch Rückendeckung. China unterstützt zwar Friedensgespräche, weigert sich aber bis heute, die Invasion zu verurteilen. Vielmehr stellt Peking die USA und die Nato als Hauptschuldige der Krise dar und bezeichnet die westlichen Sanktionen gegen Russland als kontraproduktiv.

"Die Zusammenarbeit zwischen Russland und China hat keine Grenzen", betonte Pekings Außenamtssprecher Wang Wenbin vor der Presse."Wir arbeiten für Frieden ohne Grenzen, wahren Sicherheit ohne Grenzen und lehnen Hegemonie ab." Mit diesem Hinweis auf Vorherrschaftspolitik zielt China immer auf die USA.

Anlass der Begegnung waren zweitägige Gespräche in Tunxi im Südosten Chinas über die Entwicklung in Afghanistan, an denen auch Vertreter der USA, der Nachbarstaaten und der seit August herrschenden Taliban-Regierung teilnehmen.

Von China wollte Lawrow nach Indien weiterreisen, wo er am Donnerstag erwartet wird.

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