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Pinsel als Waffe? Ukrainische Malerin nutzt Kunst gegen den Krieg

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Von Katharina Sturm
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Irinas Zeichnungen
Irinas Zeichnungen   -   Copyright  Euronews

Irina Budarina ist eine ukrainische Künstlerin und will ihre Kunst als Mittel im Krieg gegen Russland einsetzen. Sie kam vor etwa einem Monat als Kriegsflüchtling mit ihrer Mutter, ihrem Sohn, ihrer Schwester und ihrem Neffen nach Italien - nach Proceno in der Region Latium.

Malen, Zeichnen und das Unterrichten von Kindern war ihr Leben in Mykolajiw, ihrer Heimatstadt im Süden der Ukraine. Doch dann kam der Krieg und zerstörte ihr Leben und das ihrer Verwandten.

Irina sagt:
"Das hier ist mein Leben. Ich mache das schon mein ganzes Leben lang. Ich kann ohne Malen nicht leben. Das ist mir schon vor vielen Jahren klar geworden und seitdem mache ich das auch."

In den ersten Tagen ihres neuen Lebens war Irina nicht in der Lage zu malen, doch dann beschloss sie, den Kindern zu helfen, die noch immer in ihrem vom Krieg gezeichneten Land leben. Sie fühlte sich verpflichtet etwas zu tun, denn es sei so schwierig ohne Malerei zu leben.

Heute bringt Irina jeden Tag 100 Kindern über soziale Medien das Zeichnen bei. Sie möchte nicht, dass die Kinder die ganze Zeit an den Krieg denken und findet man solle nicht den Krieg zeichnen, sondern einfach normale Kindersachen, wie beispielsweise Katzen und Hunde.

Ich verstehe jetzt, dass meine Waffen Farben sind.
Irina Budarina
Ukrainische Künstlerin

Für Irina ist das neue Leben im Zentrum Italiens ein kompletter Szenenwechsel. Vor einigen Wochen noch, lebte sie umgeben von den rauchenden Trümmern und dem düsteren Kriegslärm. Im Grün und in der Stille des Landes fühlt sie sich in Italien jetzt sicher, aber dennoch unruhig. Sie wünscht sich sehnlichst, dass die Kinder in der Ukraine diese Farben auch sehen und diese Harmonie auch erfahren könnten.

Eine lokale Freiwilligenorganisation namens "Mano-Tesa - M. Ricci" half Irina und ihrer Familie, aus der Ukraine nach Italien zu fliehen, und was sie taten, veränderte auch das Leben der Freiwilligen.

Francesca Flamini ist Mitglied der Hilfsorganisation. Sie war sehr beeindruckt von dem, was sie in den Augen der Geflüchteten gesehen hat. Es sei einfach zu verstehen und sich vorzustellen, was dieses Volk wegen des Krieges durchmacht, aber wenn man die Gefühle in ihren Augen sehe, dann würde man erst wirklich begreifen, was dort vor sich geht, teilte sie mit.

Irina sieht die Farben als ihre Waffe gegen den Krieg. Sie ist aber nicht nur eine Künstlerin, sondern auch eine Kämpferin. Hoffentlich - sagt sie - wird sie diesen Krieg eines Tages gewinnen.