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Video von Go-Kart im Gefängnis: Nützt der Skandal den Rechtsextremen?

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Von Kirsten Ripper  mit AFP, France Info, Le Figaro
Gefängnis von Fresnes im Süden von Paris
Gefängnis von Fresnes im Süden von Paris   -   Copyright  Christophe Ena/Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.

In Frankreich sorgt ein Video von einem Go-Kart-Wettbewerb in einem Gefängnis für heftige Diskussionen. Der Justizminister hat eine Untersuchung zu der Veranstaltung mit Kartbahn angeordnet. "Das ist eine Polemik, die niemandem nutzt", meint der Vertreter einer Gewerkschaft von in Gefängnissen Beschäftigten, Sébastien Nicolas, auf France Info.

Der rechtsextreme Politiker Damien Rieu hat das Video in mehreren Versionen auf Twitter verbreitet. Darauf zu sehen ist eine Kartbahn im Gefängnis von Fresnes südlich von Paris. Offenbar war dort schon am 27. Juli eine Sportveranstaltung organisiert worden - für Jugendliche der Stadt, für im Gefängnis Beschäftigte und für einige Häftlinge. Das Rennen gewonnen haben laut LE FIGARO die Gefängnisaufseher.

Damien Rieu - dem auf Twitter mehr als 160.000 Userinnen und User folgen - schreibt zu dem Video: "Sie vergewaltigen Ihre Töchter, brechen in Ihre Häuser ein, überfallen Ihre Omas, stehlen Ihre Autos, fahren aber auf dem Rücken ihrer Opfer und mit Ihren Steuern Go-Kart."

Der 33-Jährige ist Mitglied der rechtsextremen Partei "Reconquête" des Polemisten Eric Zemmour. 

Die Antwort von Justizminister Eric Dupont-Moretti folgte prompt. Er twittert: "Nach den schockierenden Bildern aus dem Gefängnis von Fresnes habe ich sofort eine Untersuchung angeordnet, damit alles aufgeklärt wird. Der Kampf gegen Rückfälligkeit führt über Wiedereingliederung, aber ganz sicher nicht über Go-Kart fahren!"

Einige meinen, der Minister spiele den Rechtsextremisten in die Hände. Eric Dupont-Moretti - der eigentlich als eher links gilt - war entgegen der Erwartungen vieler von Präsident Emmanuel Macron in der neuen französischen Regierung in seinem Amt bestätigt worden.

Der Gewerkschaftsvertreter der Gefängnisbeschäftigten sagt, es habe sich um eine Wohtätigkeitsveranstaltung gehandelt. Es sei nicht darum gegangen, um die Inhaftierten zu unterhalten. "Wenn man diese Art von Bildern verbreitet, muss man in der Lage sein, sie zu erklären, sonst sorgt das nur für Polemik."

Es gibt auch ein YouTube-Video von dem Event von "Kohlantess" - der Name des Vereins ist inspiriert von einer TV-Reality-Show mit dem Namen "Koh Lanta", in der Kandidatinnen und Kandidaten auf einer einsamen Insel gegeneinander antreten.