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Ahmad Massoud: "Natürlich brauchen wir Hilfe."

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Von Anelise Borges
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Ahmad Massoud, Sohn des getöteten afghanischen Befehlshabers Ahmad Shah Massoud, hält eine Rede neben einem Porträt seines Vaters
Ahmad Massoud, Sohn des getöteten afghanischen Befehlshabers Ahmad Shah Massoud, hält eine Rede neben einem Porträt seines Vaters   -   Copyright  Christophe Archambault/Copyright 2021 The Associated Press

Für viele ist Ahmad Massoud zu einem Symbol für den Kampf Afghanistans um Freiheit und Souveränität geworden. Sein Vater Ahmad Schah Massoud kämpfte als Befehlshaber mit seinen Truppen erst gegen die sowjetischen Besatzer und dann, bei ihrer ersten Machtübernahme, gegen die Taliban. Der 33jährige studierte internationale Politik – und ist eine politische Alternative zum heutigen Afghanistan der Taliban.

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Kurz nach dem Fall von Kabul schrieben Sie - ich zitiere - "Ich bin bereit, in die Fußstapfen meines Vaters zu treten. Die Mudschaheddin-Kämpfer sind bereit, es noch einmal mit den Taliban aufzunehmen. Seit der Zeit meines Vaters haben wir haben Waffen und Munition… Was ist aus diesem Versprechen, aus diesem Kampf geworden? Wo steht der Widerstand heute?"

Achmad Massoud,  Anführer der Nationalen Widerstandsfront von Afghanistan: "Ich bin in Kabul geblieben, viele sind in Kabul geblieben, weil wir auf einen friedlichen Übergang gehofft haben. Der Zusammenbruch der Regierung, die Fehleinschätzung der Taliban (durch den Westen), die auf Zeit gespielt haben und das Problem nie durch Frieden und Dialog, sondern es immer mit Gewalt lösen wollten, all das hat in die Katastrophe geführt."

Das volle Interview sehen Sie hier:

Ahmad Massoud führt seitdem den militärischen Widerstand im Norden Afghanistans – und ist weitgehend auf sich allein gestellt.

Achmad Massoud: "Kein vernünftiger Mensch würde sagen: Danke, wir brauchen nichts. Natürlich brauchen wir Unterstützung, natürlich brauchen wir Hilfe."

Aber vielleicht noch schwieriger als die Zukunft Afghanistans zu gestalten ist es, in die Fußstapfen eines Mannes zu treten, der für viele die Hoffnung Afghanistans war - und noch immer als Legende weiterlebt.

Wenn man mit ihm zusammen war, hatte man das Gefühl, es kann nichts passieren, er ist da.
Achmad Massoud
Über seinen Vater Achmad Schah Massoud

Achmad Massoud: "Er war ein sehr starker Mann. Und er hatte diese Ausstrahlung... Wenn man mit ihm zusammen war, hatte man das Gefühl, es kann nichts passieren, er ist da. Ich erinnere mich, unser Panjshir-Tal war von den Taliban umstellt, sie kamen und wollten es einnehmen, aber die Menschen lächelten. Und ich fragte, warum? Und sie hatten diesen Ausdruck, der bedeutet 'er ist hier'. Er ist hier, er wird alles in Ordnung bringen". Wenn er es geschafft hat, die Russen zu besiegen, kann er auch dem hier standhalten. So war er. Er war ein Leuchtfeuer der Hoffnung."