EventsVeranstaltungenPodcasts
Loader
Finden Sie uns
WERBUNG

Zum Schattendasein verdammt: Taliban verbieten Frauen Universitätsbildung

Schülerin in Kabul im April 2022
Schülerin in Kabul im April 2022 Copyright AP Photo/Ebrahim Noroozi
Copyright AP Photo/Ebrahim Noroozi
Von Euronews mit DPA/AP
Zuerst veröffentlicht am
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Bei ihrer Machtübernahme im Sommer 2021 hatten die islamistischen Taliban versprochen, Frauenrechte zu achten - seit Kurzem ist ihnen sogar der Besuch in öffentlichen Parks und Fitnessstudios untersagt.

WERBUNG

Die Ankündigung der islamistischen Taliban, Frauen in Afghanistan ab sofort den Universitätsbesuch zu verbieten, hat für internationale Entrüstung gesorgt. Von weiterführenden Schulen waren Mädchen bereits ausgeschlossen. Nun wird ihnen auch das Studium verwehrt.

Die neuerliche Einschränkung erfolgt nur wenige Wochen, nachdem Tausende von Frauen im ganzen Land Aufnahmeprüfungen an Universitäten abgelegt haben, um Ingenieurwesen oder Medizin zu studieren. Schritt für Schritt würden Frauen aus dem Leben gedrängt, sagt UN-Sprecher Stéphane Dujarric.

"Es handelt sich eindeutig um ein weiteres Versprechen der Taliban, das gebrochen wurde. Wir haben seit ihrer Machtübernahme und auch in den letzten Monaten miterlebt, wie der Platz der Frau immer kleiner wird, nicht nur in der Bildung, sondern auch im öffentlichen Räumen durch den Ausschluss aus der öffentlichen Diskussion."

afghanische Frauenrechtlerin Fausia Kufi twittert: "Ich war in meinem 1. Jahr des Medizinstudiums, als die Taliban 1996 die Macht übernahmen. Es war ein Albtraum (...) Wer ist verantwortlich für den Rückschritt meines Landes in die Steinzeit?
Es sei herzzerreißend, afghanische Schülerinnen zu sehen, die perfekt nach der von den Taliban vorgeschriebenen Kleiderordnung gekleidet seien und dennoch an diesem Morgen nicht in Unterrsicht dürften. #LetAfghangirlslearn

Bildung ist ein international anerkanntes Menschenrecht

Die Taliban hätten die afghanischen Frauen zu einer dunklen und aussichtslosen Zukunft verurteilt, so der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price. "Kein Land kann gedeihen, wenn die Hälfte seiner Bevölkerung willkürlich zurückgehalten wird. Bildung ist ein international anerkanntes Menschenrecht und für das wirtschaftliche Wachstum und die Stabilität Afghanistans unerlässlich." Die "unerwartete, inakzeptable Haltung" werde erhebliche Folgen für die Taliban haben, so Price.

Bei ihrer Machtübernahme im Sommer 2021 hatten die islamistischen Taliban versprochen, Frauenrechte zu achten - seit Kurzem ist ihnen sogar der Besuch in öffentlichen Parks und Fitnessstudios untersagt.

Rückschlag für das ganze Land

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, nannte das Verbot des Universitätsbesuchs für Frauen am Mittwoch in Genf "einen erschreckenden und gemeinen Schlag" und einen "zutiefst bedauerlichen Rückschlag für das ganze Land".

Auch Menschenrechtsorganisationen haben die Einschränkung Grundrechte der Afghaninnen aufs Schärfste verurteilt. Human Rights Watch (HRW) nannte das Verbot eine "beschämende Entscheidung". Die Taliban machten jeden Tag deutlich, dass sie die Grundrechte der Afghanen, insbesondere der Frauen, nicht respektierten.

Die internationale Gemeinschaft das Recht auf Bildung für alle Frauen zu einem Knackpunkt in den Verhandlungen über Hilfe und Anerkennung des Taliban-Regimes gemacht. Trotz aller Kritik halten die Taliban ihrem Kurs fest.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Afghanistan: Prekäre Lage nach zwei Jahren Taliban-Herrschaft

Kämpferisch am Internationalen Frauentag: gegen die Diskriminierung!

IWF-Chefin: Vom Potenzial der Frauen profitieren