14 Tote – darunter Innenminister: Ursachensuche nach Hubschrauberabsturz bei Kiew

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Von Euronews
Nach dem Helikopter-Absturz in einem Vorort von Kiew in der Ukraine
Nach dem Helikopter-Absturz in einem Vorort von Kiew in der Ukraine   -   Copyright  Daniel Cole/Copyright 2023 The AP. All rights reserved

Nach dem Hubschrauberabsturz nahe Kiew ermitteln Geheimdienst und Polizei. Experten halten einen technischen Defekt für möglich, einen Pilotenfehler oder Sabotage an der Maschine. 

Bei dem Absturz am frühen Mittwochmorgen kamen mindestens 14 Menschen ums Leben. Darunter auch der ukrainische Innenminister Denis Monastyrsky, sein Stellvertreter und weitere ranghohe Regierungsvertreter.  Zwischenzeitlich war von 18 Toten die Rede gewesen.

Mehrere Kinder und Innenminister unter den Toten

Auch mindestens vier Kinder starben bei dem Unglück. An der Absturzstelle sprach der Gouverneur der Region von einer "Katastrophe". Viele Fragen sind noch offen, doch momentan gehen Beobachter von keinem gezielten Angriff, sondern einem tragischen Unfall aus. 

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Der Hubschrauber stürzte vor einem Kindergarten abDaniel Cole/Copyright 2023 The AP. All rights reserved

Der Hubschrauber stürzte in der Kleinstadt Browary im Großraum Kiew ab, mitten in einem Wohngebiet direkt vor einem Kindergarten. Rund 30 Menschen wurden verletzt und in Krankenhäuser gebracht – darunter viele Kindergartenkinder.  

Laut dem Regionalgouverneur Oleksij Kuleba seien die Kinder und die Beschäftigten des Kindergartens nach dem Absturz evakuiert worden. Browary liegt im Nordosten der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Der getötete Innenminister Denys Monastyrskyj war 42 Jahre alt und seit 2021 im Amt. Der Hubschrauber-Typ gilt als nicht besonders zuverlässig. Auch ein Abschuss des Helikopters wurde nicht ausgeschlossen. Aus dem Präsidentenbüro hieß es, die Führungsriege des Innenministeriums sei auf dem Weg zu einem der Frontabschnitte gewesen.

Kindergarten zerstört, von der Leyen spricht von "Tragödie"

Ein im Internet verbreitetes Video soll den zerstörten Kindergarten in Browary zeigen. Der Brand wurde inzwischen offenbar gelöscht.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach auf Twitter allen Hinterbliebenen, Staatschef Wolodymyr Selenskyj und der ganzen Ukraine ihr Mitgefühl aus. Eine Tragödie habe das vom Krieg zerrissene Land erschüttert, so die EU-Spitzenpolitikerin. 

Beim russischen Beschuss eines Hochhauses in Dnipro waren am Samstag mindestens 45 Menschen getötet worden – auch hier waren mehrere Kinder unter den Opfern. 

Die Suche nach Überlebenden wurde inzwischen eingestellt. Der Bürgermeister sagte, die Chancen jemanden zu finden, tendierten gen null. 20 Menschen werden noch vermisst.