Putin am Leningrad-Jahrestag zum Krieg: Russland wird "zwangsläufig" gewinnen

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Von Euronews  mit AP, ISW
Russlands Präsident Putin in seiner Residenz außerhalb von Moskau am 16. Januar 2023
Russlands Präsident Putin in seiner Residenz außerhalb von Moskau am 16. Januar 2023   -   Copyright  Mikhail Klimentyev/Sputnik

Wladimir Putin liebt symbolische Daten für seine Reden an die russische Nation. An diesem Mittwoch, dem 18. Januar 2023, ist der 80. Jahrestag des Beginns des Endes der Belagerung der Heimatstadt des russischen Präsidenten durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg. 

Experten des Institut for the Study of War (ISW) zitierten zuvor Militärblogger, die davon ausgingen, dass Wladimir Putin an diesem Tag "entweder eine weitere Mobilmachung oder den Krieg mit der Ukraine" erklären könnte. Eine weitere Mobilisierung wurde auch von westlichen Beobachtern erwartet.

Doch dann sagt Russlands Präsident zu der "speziellen Militäroperation in der Ukraine" nur, dass Russland "unweigerlich" gewinnen werde.

Putin legte auch an einem Mahnmal für die Opfer der deutschen Blockade von Leningrad einen Kranz nieder.

Experten gehen seit Monaten davon aus, dass es Russland im Krieg in der Ukraine - angesichts des Kampfeswillens der ukrainischen Streitkräfte und westlicher Unterstützung - weiterhin an Soldaten und Ausrüstung mangelt.

Russlands Verteidigungsminister Sergei Schoigu hat gerade angekündigt, Präsident Putin habe die russischen Behörden angewiesen, die Zahl der russischen Militärangehörigen von derzeit 1,35 Millionen auf 1,5 Millionen zu erhöhen - wie das ISW berichtet

Damit äußerte sich Schoigu zur geplanten weiteren Umstrukturierung der russischen Armee, die laut Experten die Lehren aus den Rückschlägen der russischen Armee im Krieg in der Ukraine ziehen soll.

Deutschlands "Hungerblockade" Leningrads im Zweiten Weltkrieg endete vor 80 Jahren

Die sogenannte "Leningrader Blockade" durch die Deutsche Wehrmacht zusammen mit Truppen Finnlands dauerte von 1941 bis Anfang 1943 - insgesamt 28 Monate. Schätzungen zufolge kamen mehr als 1,1 Millionen Zivilpersonen bei der sogenannten "Hungerpolitik" Hitlers ums Leben. Neben den fehlenden Lebensmitteln gab es keinen Strom, kein Gas und nur stundenweise Wasser. Menschen brachen auf der Straße tot zusammen, weil sie verhungert waren, wie Augenzeugen berichten.

Mitte Januar 1943 stürmten Einheiten der Roten Armee nach schweren Kämpfen die deutschen Befestigungen südlich des Ladogasees und trafen am 18. Januar im damaligen Leningrad (heute St. Petersburg) ein.

Die Leningrad Blockade war Teil des Vernichtungskriegs von Hitler im Osten Europas. Sie gilt als Kriegsverbrechen oder wie der Historiker Hans-Christian Petersen sagt, als "genozidaler Akt, bei dem rund 1,1 Millionen Menschen gestorben sind".