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Migranten im Mittelmeer: Wer kommt nach Europa?

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Von Monica Pinna
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Euronews-Reporterin Monica Pinna war in Tunesien, um die Geschichten der Menschen zu erzählen, die auf der Flucht sind.

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Die Zahl der auf dem Seeweg in Italien ankommenden Migranten steigt weiter an, von Januar bis Mai 2023 waren es fast 49.000. Die meisten, die die zentrale Mittelmeerroute derzeit überqueren, sind Subsahara-Migranten aus Tunesien. 

Euronews-Reporterin Monica Pinna war in Tunesien, um die Geschichten der Menschen zu erzählen, die auf der Flucht sind.

Tunesien wird traditionell von Migranten als Transitland genutzt. Doch jüngste Konflikte und wachsende Unsicherheit in Libyen haben dazu geführt, dass immer mehr Migranten aus Ländern südlich der Sahara nach Tunesien kommen. Tunesien hat Libyen als Nummer-Eins-Transitland in Nordafrika abgelöst. 

Die Regierung hat darauf mit einem einem harten Vorgehen gegen illegale Migranten reagiert. Dann hielt Präsident Kais Saied im Februar eine Rede, in der er erklärte, dass die Migranten aus Subsahara-Ländern die "Identität des Landes bedrohen". 

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Seit Fremdenfeindlichkeit in Tunesien zugenommen hat, ist die "Flüchtlingskarte" zu einem Stigma geworden.Euronews

Das löste eine Welle von Fremdenfeindlichkeit aus, die das Leben für die meisten Migranten nahezu unmöglich machte.

"Ich habe meinen Job verloren. Ich habe mein Haus verloren. Alle Bürger in Tunesien haben angefangen, uns rauszuschmeißen", so ein südsudanesischer Migrant, der seit 2019 in Tunesien lebt.

Eine Gruppe von etwa hundertfünfzig Flüchtlingen kampiert seit Monaten vor der UN-Agentur für Migration (IOM). Sie bitten dringend um eine Evakuierung in ein Drittland.

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Provisorisches Camp vor der Internationalen Organisation für Migration der Vereinten Nationen (IOM), Tunis, Tunesien.Euronews

Viele Boote verschwinden und mit ihnen die Passagiere

In Tunesien leben schätzungsweise 21.000 Menschen aus Subsahara-Staaten, darunter Migranten, Asylbewerber und Flüchtlinge. Einige sind bereits freiwillig in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Experten sagen jedoch, dass die Geschehnisse in Tunesien die Tragödien, die sich weiterhin im Mittelmeer ereignen und die ganz Europa erschüttern, noch verstärken.

"Nach der Rede des Präsidenten haben viele beschlossen, ihre Ausreise zu beschleunigen. Sie sind geflohen, ohne sich über die Folgen Gedanken zu machen", erklärt Romdhane Ben Amor, Sprecher des Tunesischen Forums für soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit.

Seit Ende letzten Jahres ist Tunesien das wichtigste Transitland für Migranten auf dem Weg nach Europa. Die EU und Italien haben darauf reagiert, indem sie Tunesien mehr finanzielle und technische Hilfe bei der Grenzkontrolle gewähren.

Menschenrechtsgruppen sagen, dass Tunesien kein sicheres Land für Migranten ist. Sie beschuldigen Brüssel und Rom, die illegale Migration nach Europa um jeden Preis eindämmen zu wollen. 

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