Unter Bombenangriffen fliehen tausende Türken aus Beirut. Evakuierung per Kriegsschiff nach Mersin. Israel setzt Offensive gegen Hisbollah und Hamas fort.
Unter der zunehmenden Eskalation zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah hat die Türkei ihre Bürger aus dem Libanon evakuiert. Tausende standen Schlange, um an Bord eines türkischen Kriegsschiffs zu gelangen, das die Evakuierten nach Mersin in der Südtürkei bringen sollte. Die Fahrt dorthin würde rund zehn Stunden dauern.
Eine Frau aus der Türkei, die geflohen ist, sagte: "Es ist unbeschreiblich. Sie haben die Straße an unserem Haus bombardiert. Von diesem Moment an war Beirut für mich vorbei. Ich wollte einfach nicht mehr bleiben." Eine weitere Geflüchtete, äußerte ihre Hoffnung auf ein baldiges Ende des Konflikts, da sie Familienmitglieder, darunter ihren Ehemann, im Libanon zurücklassen musste.
In der vergangenen Woche hatte der Iran fast 200 Raketen auf Israel abgefeuert, woraufhin Israel seine Luftangriffe auf den Libanon verstärkte und hochrangige Hisbollah-Kommandeure tötete. Israels Verteidigungsminister Joaw Galant warnte vor tödlichen Vergeltungsmaßnahmen, trotz Warnungen der USA an Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, mit Vorsicht vorzugehen.
Parallel dazu setzt Israel seine Offensive im Gazastreifen fort, insbesondere in Jabaliya, wo die Hamas daran gehindert werden soll, sich neu zu gruppieren. Militärsprecher Konteradmiral Daniel Hagari gab bekannt, dass dabei etwa 100 Kämpfer getötet worden seien – jedoch ohne bisherige Belege. Laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium gibt es insgesamt über 42.000 Opfer auf palästinensischer Seite, ohne dabei zwischen Kämpfern und Zivilisten zu unterscheiden.