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Kreml bestreitet Telefonat Trumps mit Putin über Deeskalation in der Ukraine

US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin, rechts, begrüßen sich im Präsidentenpalast in Helsinki, Finnland, Montag, 16. Juli 2018
US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin, rechts, begrüßen sich im Präsidentenpalast in Helsinki, Finnland, Montag, 16. Juli 2018 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Tamsin Paternoster
Zuerst veröffentlicht am
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Laut Washington Post soll Trump Putin bei einem Telefongespräch gewarnt haben, dass die USA eine "beträchtliche militärische Präsenz in Europa" hätten.

Der Kreml hat Berichte über ein Telefonat zwischen dem designierten US-Präsidenten Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vom Donnerstag, bei dem Trump Putin auffordert haben soll, den Krieg in der Ukraine nicht zu eskalieren, entschieden dementiert.

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"Es hat kein Gespräch stattgefunden", sagte Putins Pressesprecher Dimitri Peskow am Montag vor Reportern und fügte hinzu, die Information sei "reine Fiktion".

"Dies ist das deutlichste Beispiel für die Qualität der Informationen, die jetzt manchmal sogar in recht angesehenen Publikationen veröffentlicht werden. Sie entsprechen absolut nicht der Realität", sagte Peskow.

Die Washington Post berichtete unter Berufung auf gut platzierte Quellen, das Telefonat zwischen Trump und Putin habe am vergangenen Donnerstag stattgefunden.

Dem Blatt zufolge warnte der designierte Präsident Putin vor der "beträchtlichen Militärpräsenz der USA in Europa", während er zur Zurückhaltung im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine aufrief. Die Zeitung fügte hinzu, dass Trump Interesse an einem weiteren Gespräch zwischen den beiden bekundet habe, um den Krieg in der Ukraine "bald" zu beenden.

Die Washington Post hat noch keine offizielle Stellungnahme zu dem Artikel abgegeben.

Trump hatte zuvor im Wahlkampf damit geprahlt, dass er den Krieg in der Ukraine innerhalb von "24 Stunden" beenden werde - ohne jedoch konkrete Angaben dazu zu machen, wie er dies erreichen will.

Putin gratulierte Trump bereits am vergangenen Donnerstag zu seinem Wahlsieg und lobte sogar Trumps Mut während eines Attentats auf ihn bei einer Kundgebung in Pennsylvania im Juli.

"Er hat sich auf die richtige Art und Weise gezeigt, mutig wie ein Mann", so Putin.

Der russische Staatschef fügte hinzu, er begrüße Trumps Behauptung, er könne den Krieg beenden, aber er wisse nicht, was Trumps konkrete Vorschläge seien.

Nach Trumps Wahlsieg betonte Peskow, dass Moskau die USA nach wie vor als "unfreundliches" Land betrachte, und dass die Beziehungen zwischen Russland und den USA auf dem tiefsten Punkt ihrer Geschichte seien.

Trump ist dafür bekannt, dass er Putin gegenüber freundlich gesinnt ist. Als er 2016 gewählt wurde, hatte Moskau die Hoffnung, dass Trump die Sanktionen gegen das Land aufheben würde.

Seitdem hat Putin jedoch wiederholt darauf hingewiesen, dass in Trumps erster Amtszeit die damals schärfsten Sanktionen gegen Russland verhängt wurden.

Kiew bestreitet die Behauptung

Die Washington Post behauptete auch, das ukrainische Außenministerium habe von dem Anruf gewusst und keine Einwände gegen das Gespräch erhoben. Diese Behauptung wurde von Kiews Außenministerium gegenüber Reuters als falsch bezeichnet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits am Mittwoch mit Trump telefoniert, um ihm zu seinem Wahlsieg zu gratulieren. Obwohl nicht bekannt ist, worüber die beiden ansonsten gesprochen haben, soll SpaceX-Eigentümer Elon Musk an dem Telefonat teilgenommen und Selenskyj dafür gedankt haben, dass er der Ukraine den Zugang zur Satelliteninternetplattform Starlink ermöglicht hat.

Präsidentschaftskandidat Trump beim Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj im Trump Tower, 27. September 2024, New York.
Präsidentschaftskandidat Trump beim Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj im Trump Tower, 27. September 2024, New York. Julia Demaree Nikhinson/Copyright 2024 The AP. All rights reserved.

Donald Trumps Wiederwahl könnte einen Wandel in der US-Außenpolitik gegenüber der Ukraine signalisieren. Der designierte Präsident steht einer Beteiligung der USA an ausländischen Konflikten skeptisch gegenüber und hat bereits vorgeschlagen, dass das Geld besser im Inland ausgegeben werden sollte.

Der amtierende US-Präsident Joe Biden wird am Mittwoch mit seinem designierten Nachfolger im Oval Office zusammentreffen, um die Machtübergabe zu besprechen und auch über die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten zu beraten.

Der nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan sagte gegenüber CBS: "Präsident Biden wird in den nächsten 70 Tagen die Gelegenheit haben, dem Kongress und der neuen Regierung zu erklären, dass die Vereinigten Staaten sich nicht aus der Ukraine zurückziehen sollten und dass ein Rückzug aus der Ukraine mehr Instabilität in Europa bedeutet."

Dieser Artikel wurde aktualisiert, um Kommentare von Dmitri Peskow aufzunehmen.

Weitere Quellen • AP

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