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Kinderentzug bei "Waldfamilie": Eltern wehren sich juristisch

Familie in den Wäldern
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Von Euronews
Zuerst veröffentlicht am
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Die sogenannte "Waldfamilie" aus Italien hat eine neue Unterkunft angenommen - nur vorübergehend. Doch parallel kämpfen die Eltern juristisch gegen den Kinderentzug. Der Fall sorgt inzwischen landesweit für politische und juristische Spannungen.

Die Eltern der sogenannten Palmoli-Waldfamilie haben beschlossen, vorübergehend eine von einer Privatperson angebotene Unterkunft anzunehmen.

Wie die Anwälte des Paares, Marco Femminella und Danila Solinas, erklären, liege der Grund für diese Entscheidung in der Notwendigkeit, die hygienischen und sanitären Probleme in der bisherigen Unterkunft zu beheben. "Dies ist kein Rückschritt, sondern ein Schritt nach vorn, der es ihnen ermöglicht, weiterhin im Einklang mit ihren Überzeugungen und ihrem Wunsch nach Freiheit zu leben", heißt es in der von den Anwälten verbreiteten Mitteilung.

Einreichung der Beschwerde

Gleichzeitig haben die Eltern Beschwerde gegen den Beschluss des Jugendgerichts eingelegt, das die Herausnahme der drei Kinder aus dem Elternhaus angeordnet hatte. Die Anwälte betonen, dass dieser Schritt notwendig sei, um die Aufhebung der Entscheidung zu erreichen und zentrale Aspekte des Falls – die in den Medien häufig verzerrt dargestellt worden seien – korrekt einzuordnen.

Wechsel in der Rechtsvertretung

Die Anwälte Femminella und Solinas erläuterten zudem den Wechsel des Verteidigers: Rechtsanwalt Giovanni Angelucci sei abberufen worden. "Es handelte sich nicht um einen Rücktritt, sondern um einen Widerruf", erklärten sie. Grund dafür sei der Wunsch gewesen, die Auslegung des Gerichts zu klären und den Fokus stärker auf eine mögliche Familienzusammenführung zu richten. "Wir hoffen, dass nach Abschluss des Kapitels der unbegründeten Behauptungen der Schwerpunkt wieder auf der Rückführung der Kinder zu ihren Eltern liegt", so die Anwälte.

Stellungnahme der Justiz

Der Fall hat inzwischen auch die Justiz auf den Plan gerufen. Die amtierende Präsidentin des Berufungsgerichts Florenz, Isabella Mariani, betonte auf einer von Medel (Magistrats Européens pour la Démocratie et les Libertés) organisierten Konferenz, dass die Herausnahme von Kindern aus einer Familie nicht nur diesen Fall betreffe, sondern grundsätzlich jede familiäre Situation – unabhängig von Herkunft – sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt seien.

Mariani kritisierte das Vorgehen gegen die "Waldfamilie" als "instrumentell und gewalttätig" und zeigte sich sehr besorgt.

Darüber hinaus rügte sie Äußerungen von Justizminister Carlo Nordio, der Kontrollen und Disziplinarverfahren angekündigt hatte, ohne das Verfahren überhaupt gesehen zu haben. "Ohne die Unterlagen und die Arbeit der Richter zu kennen, hat der Minister Urteile über den Fall gefällt, die auf keinerlei Fakten beruhen und das Bild einer unabhängigen Justiz beschädigen", sagte Mariani.

Kritik an der Medienberichterstattung

Die Richterin kritisierte zudem die mediale Darstellung des Falls. Die Schlagzeile „Kinder im Wald“ habe das Geschehen verzerrt und eine beinahe märchenhafte, aber falsche Vorstellung erzeugt, die nicht dem entspreche, was in den Akten stehe. Mariani beanstandete auch den Angriff einzelner Medien auf einen Richter, der fälschlicherweise als alleiniger Verantwortlicher dargestellt worden sei, obwohl es sich um eine Entscheidung eines fünfköpfigen Gremiums handelte. Sie nannte diese Berichterstattung "uninformiert und gewalttätig".

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