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"Wir haben das Sagen": Trump droht Venezuela mit zweitem Angriff nach 32 Toten in Caracas

Anhänger der Regierung verbrennen eine US-Flagge, nachdem Trump verkündet hatte, dass die US-Streitkräfte den venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau gefangen genommen haben, in Caracas, Venezuela, Samstag, 3. Januar 2026
Anhänger der Regierung verbrennen eine US-Flagge, nachdem Trump verkündet hatte, dass die US-Streitkräfte den venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau gefangen genommen haben, in Caracas, Venezuela, Samstag, 3. Januar 2026 Copyright  Ariana Cubillos/Copyright 2026 The AP. All rights reserved
Copyright Ariana Cubillos/Copyright 2026 The AP. All rights reserved
Von Malek Fouda
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die chaotische Lage in Venezuela nach der Entführung von Nicolas Maduro verschärft sich dadurch, dass US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Marco Rubio unterschiedliche Angaben darüber machen, wer das lateinamerikanische Land jetzt regiert.

US-Präsident Donald Trump hat nach dem Militärschlag vom Wochenende Venezuela mit einem weiteren Angriff gedroht. Zur aktuellen Lage in Caracas nach der Absetzung von Nicolas Maduro sagte er auf dem Flug von Florida nach Washington: "Das bedeutet, dass wir das Sagen haben".

Die Interimspräsidentin und die anderen verbliebenen Mitgliedern der venezolanischen Regierung warnte Trump mit den Worten: "Wenn sie sich nicht benehmen, werden wir einen zweiten Angriff starten, und der wird viel größer sein als der erste. Ich hoffe, wir müssen es nicht tun, aber wenn sie sich nicht benehmen, werden wir es tun."

Dagegen deutete US-Außenminister Marco Rubio am Sonntag an, dass die USA in Venezuela nicht die Tagesgeschäfte regieren, sondern lediglich eine bestehende "Öl-Quarantäne" durchsetzen wollten, nachdem sie Präsident Nicolás Maduro gestürzt und gefangen genommen hatten.

Rubios Erklärung ist offenbar ein Versuch, Befürchtungen zu bestreiten, dass die am Samstag durchgeführte Operation in Venezuela die USA in eine weitere langwierige Intervention stürzen könnte.

US-Präsident Donald Trump hatte zunächst erklärt, dass Washington Venezuela übergangsweise "bis zu einem geordneten Übergang führen" werde.

Trump droht Kolumbien

Und jetzt drohte er zudem Kolumbien, indem er sagte: "Kolumbien ist auch sehr krank, regiert von einem kranken Mann". Der kolumbianische Präsidenten Gustavo ⁠Petro stelle Kokain her und verkaufe es in den USA. "Er wird das ​nicht mehr lange tun."

Transparent mit der Aufschrift "Trump Must Go Now" bei Protest gegen US-Einsatz in Venezuela in San Francisco am 3. Januar 2026
Transparent mit der Aufschrift "Trump Must Go Now" bei Protest gegen US-Einsatz in Venezuela in San Francisco am 3. Januar 2026 Yalonda M. James/ 2025 Yalonda M. James / The Chronicle

Rubio versucht, Angst vor langem US-Militäreinsatz zu zerstreuen

Rubios Äußerungen widersprachen also Trumps vagen Behauptungen, die USA würden das ölreiche Land zumindest vorübergehend "regieren" - Äußerungen, die eine Art Regierungsstruktur nahelegten, bei der Caracas von Washington kontrolliert würde.

Rubio schlug einen nuancierteren Ansatz vor, bei dem die USA weiterhin eine Öl-Quarantäne durchsetzen, die bereits vor der Entmachtung Maduros über die sanktionierten Tanker verhängt worden war, und dieses Druckmittel nutzen, um die Politik Venezuelas zu verändern.

"Wir fahren mit dieser Quarantäne fort und erwarten, dass es Veränderungen gibt, nicht nur in der Art und Weise, wie die Ölindustrie zum Wohle des Volkes geführt wird, sondern auch, damit der Drogenhandel gestoppt wird."

Rauch im Hafen von La Guaira in Venezuela am 3. Januar 2026
Rauch im Hafen von La Guaira in Venezuela am 3. Januar 2026 Matias Delacroix/Copyright 2026 The AP. All rights reserved

Die Blockade der mit Sanktionen belegten Öltanker, von denen einige von den USA beschlagnahmt wurden, "bleibt bestehen, und das ist ein enormes Druckmittel, das so lange bestehen bleibt, bis wir Veränderungen sehen, die nicht nur dem nationalen Interesse der Vereinigten Staaten dienen, das an erster Stelle steht, sondern auch zu einer besseren Zukunft für die Menschen in Venezuela führen", sagte Rubio.

Delcy Rodríguez spricht von Zusammenarbeit mit Trump

Stunden später lud die venezolanische Interimsregierungschefin Delcy Rodríguez Trump zur Zusammenarbeit ein und erklärte, sie strebe "respektvolle Beziehungen" an und schlug damit einen deutlich versöhnlicheren Ton an als in ihren früheren Stellungnahmen.

"Wir laden die US-Regierung ein, mit uns an einer Agenda der Zusammenarbeit zu arbeiten, die auf eine gemeinsame Entwicklung im Rahmen des internationalen Rechts ausgerichtet ist, um das dauerhafte Zusammenleben der Gemeinschaft zu stärken", schrieb die erfahrene Politikerin Rodriguez in einem Online-Post.

Zerstörte Container liegen im Hafen von La Guaira, nachdem Explosionen in Venezuela zu hören waren, Samstag, 3. Januar 2026
Zerstörte Container liegen im Hafen von La Guaira, nachdem in Venezuela Explosionen zu hören waren, Samstag, 3. Januar 2026 Matias Delacroix/Copyright 2026 The AP. All rights reserved

Am Wochenende hatte Rodríguez in Reden der Trump-Regierung heftigen Widerstand entgegengesetzt und Washington aufgefordert, Maduro sofort freizulassen. Doch ihre Erklärung auf Englisch auf ihrem Instagram-Account markierte einen deutlichen Wechsel im Ton.

Schon vor der Operation, bei der Maduro und seine Frau gefangen genommen wurden, war die Rechtmäßigkeit der Kampagne der Trump-Regierung auf den venezolanischen Staatschef angezweifelt worden, ebenso wie die der tödlichen Bombardierung von Booten, die das Weiße Haus des Drogenhandels beschuldigt. Nach Ansicht von Juristen hatten die USA dadurch die Grenzen des internationalen Rechts überschritten.

Kuba gab am Sonntagabend bekannt, dass 32 seiner Sicherheitsbeamten bei der US-Operation in Caracas getötet wurden, was Trump bestätigte: "Wissen Sie, gestern wurden viele Kubaner getötet".

"Es gab viele Tote auf der anderen Seite", sagte Trump an Bord der Air Force One, als er von seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida nach Washington zurückflog. "Kein Tod auf unserer Seite."

Was die Kubaner in Venezuela taten, war unklar, aber Kuba ist ein enger Verbündeter der venezolanischen Regierung und schickt seit Jahren Militär- und Polizeikräfte.

Weitere Quellen • AP

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