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Trump bestätigt US-Angriffe auf Venezuela und meldet Festnahme Maduros

Caracas am 3. Januar 2026
Caracas am 3. Januar 2026 Copyright  AP Photo/Cristian Hernandez
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Von Emma De Ruiter & Sonja Issel
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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In den frühen Morgenstunden des Samstags waren in Venezuelas Hauptstadt Caracas mindestens sieben Explosionen zu hören. Der südliche Teil der Stadt, in der Nähe einer großen Militärbasis, war Berichten zufolge ohne Strom.

US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben von US-Regierungsvertretern Angriffe auf Ziele innerhalb Venezuelas angeordnet, darunter auch militärische Einrichtungen. Das berichtete der US-Sender CBS News, der US-Partner der BBC.

Trump selbst erklärte anschließend auf seiner Plattform Truth Social, die Vereinigten Staaten hätten "groß angelegte Angriffe gegen Venezuela" durchgeführt und dabei den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sowie dessen Ehefrau "festgenommen und außer Landes gebracht". In dem Beitrag machte Trump keine Angaben dazu, wo sich Maduro befinden soll oder unter welchen Umständen die Festnahme erfolgt sei.

Die Operation sei in Zusammenarbeit mit US-Strafverfolgungsbehörden erfolgt. Weitere Details kündigte er für eine Pressekonferenz um 11 Uhr Ortszeit in seinem Anwesen Mar-a-Lago an. Unabhängige Bestätigungen für Trumps Darstellung lagen zunächst nicht vor. Eine offizielle Stellungnahme des Weißen Hauses oder des Pentagons zu der angeblichen Festnahme Maduros gab es zunächst ebenfalls nicht.

Zusätzlich zu Trumps eigenen Angaben meldete sich ein republikanischer US-Senator mit weiteren Behauptungen zu Wort. Der Senator aus Utah, Mike Lee, erklärte auf der Plattform X, er habe mit US-Außenminister Marco Rubio gesprochen. Dieser habe ihm mitgeteilt, dass der venezolanische Präsident Nicolás Maduro von US-Kräften festgenommen worden sei, um sich in den Vereinigten Staaten wegen strafrechtlicher Vorwürfe vor Gericht zu verantworten.

Lee schrieb weiter, die in der Nacht beobachteten militärischen Maßnahmen hätten dem Schutz jener Kräfte gedient, die den Haftbefehl vollstreckten. Das Vorgehen falle seiner Einschätzung nach wahrscheinlich unter die verfassungsmäßigen Befugnisse des Präsidenten nach Artikel II der US-Verfassung, um US-Personal vor tatsächlichen oder unmittelbar drohenden Angriffen zu schützen. US-Außenminister Marco Rubio rechne nach der Festnahme von Nicolás Maduro zudem nicht mit weiteren Maßnahmen gegen Venezuela

Unterdessen untersagte die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) amerikanischen Passagierflugzeugen Flüge in jeder Höhe über venezolanischem Staatsgebiet. Zur Begründung verwies die Behörde auf Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit "laufenden militärischen Aktivitäten". Die Anordnung trat am Samstag um 2 Uhr Ortszeit in Venezuela in Kraft und gilt für 23 Stunden. Um welche Streitkräfte es sich dabei handelt, ließ die FAA offen.

Explosionen in der Hauptstadt Caracas

Kurz nach 2 Uhr Ortszeit waren in Venezuelas Hauptstadt Caracas laute Explosionen zu hören, begleitet von Geräuschen, die auf den Überflug von Flugzeugen hindeuteten, berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP. Auch eine Reporterin von Reuters meldete anhaltenden Fluglärm über der Stadt. Im Süden von Caracas, nahe einer großen Militärbasis, kam es nach Angaben aus der Region zudem zu einem Stromausfall.

Auf vom Fernsehsender NTN24 verbreiteten Aufnahmen waren Explosionen und aufsteigende Rauchwolken zu sehen. Mehrere Detonationen sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo sich ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe befindet. Ein Video des Senders VPItv zeigte mehrere Hubschrauber, die über der nächtlichen Hauptstadt kreisten. In sozialen Netzwerken kursierten zudem Bilder von großflächigen Bränden.

Venezuela mobilisiert Streitkräfte

Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro und Venezuelas Außenminister Yván Gil Pinto haben auf X.com die offizielle Erklärung der venezolanischen Regierung veröffentlicht.

Darin erklärt die Regierung, sie habe der internationalen Gemeinschaft eine aus ihrer Sicht von den Vereinigten Staaten verübte militärische Aggression gegen venezolanisches Territorium sowie gegen die Zivilbevölkerung in Caracas und in den Bundesstaaten Miranda, Aragua und La Guaira angezeigt.

Demnach hatte Venezuelas Präsident Nicolás Maduro vor seiner Verhaftung ein Dekret unterzeichnet, mit dem im gesamten Land der äußere Ausnahmezustand verhängt wurde. Zugleich ordnete er die Aktivierung des Kommandos für die umfassende Verteidigung der Nation an und wies die Streitkräfte zur landesweiten Mobilisierung an.

Auch Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino López kündigte die sofortige Verlegung militärischer Einheiten im ganzen Land an. In einer Videoansprache sprach er von der "schwersten Aggression" gegen Venezuela und erklärte, die Streitkräfte handelten auf Anweisung Maduros. "Man hat uns angegriffen, aber man wird uns nicht unterwerfen", sagte er.

Angriff soll bereits vor Tagen geplant gewesen sein

Die Vereinigten Staaten haben ihre militärische Präsenz in der Karibik in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut. Insgesamt wurden Tausende Soldaten sowie mehr als ein Dutzend Kriegsschiffe in die Region verlegt.

Ein Teil dieser Kräfte kam nach Angaben von US-Vertretern im Rahmen einer Kampagne mit dem Namen "Joint Task Force Southern Spear" zum Einsatz, die den Drogenschmuggel in Richtung USA eindämmen soll. Dabei seien mindestens 36 mutmaßliche Schmuggelboote zerstört und 115 Menschen getötet worden.

Bis Mitte Dezember umfasste die US-Militärpräsenz in der Region unter anderem die USS Gerald R. Ford Carrier Strike Group mit dem gleichnamigen Flugzeugträger – dem größten der Welt – sowie mehrere Lenkwaffenzerstörer, darunter die USS Mahan, die USS Bainbridge und die USS Winston S. Churchill. Hinzu kamen die Iwo Jima Amphibious Ready Group und die 22. Marine Expeditionary Unit mit insgesamt mehr als 4.500 Marinesoldaten und Seeleuten. Weitere US-Kriegsschiffe in der Region waren unter anderem die USS Gettysburg, die USS Thomas Hudner, die USS Stockdale und die USS Lake Erie.

Zudem konzentrierten sich in den vergangenen Wochen Tausende US-Soldaten in Puerto Rico, nachdem die Vereinigten Staaten den seit Jahrzehnten geschlossenen Marinestützpunkt Roosevelt Roads wieder in Betrieb genommen hatten. Nach Angaben des Senders CNN wurden außerdem zehn F-35-Kampfjets sowie mindestens drei MQ-9-Reaper-Drohnen nach Puerto Rico verlegt.

Das US-Militär hatte in den vergangenen Tagen verstärkt mutmaßliche Drogenschmugglerboote ins Visier genommen. Venezuela erklärte am Freitag, man sei grundsätzlich offen für Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über ein Abkommen zur Bekämpfung des Drogenhandels.

Dies ist eine sich entwickelnde Geschichte und wird aktualisiert, sobald mehr Informationen verfügbar sind.

Weitere Quellen • AP

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