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Schweizer Barbetreiber nach Brand mit 40 Toten "zutiefst erschüttert"

Die abgesperrte Bar Le Constellation in Crans-Montana, 4. Januar 2026
Die abgesperrte Bar Le Constellation in Crans-Montana, 4. Januar 2026 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
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Die Stellungnahmen erfolgten an dem Tag, an dem bekannt wurde, dass in der Bar seit 2019 keine Brandschutzkontrollen mehr durchgeführt worden waren.

Die Betreiber der Schweizer Bar, in der in der Neujahrsnacht bei einem Brand 40 Menschen ums Leben kamen, haben sich am Dienstag erstmals öffentlich geäußert.

Man sei "am Boden zerstört und von Trauer überwältigt" und werde in vollem Umfang mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten, erklärten sie.

"Es gibt keine Worte, um das Leid und die Tragödie zu beschreiben, die sich in dieser Nacht im Le Constellation abgespielt haben", sagten Jacques und Jessica Moretti. Es ist ihre erste Stellungnahme, seit die Justiz am Samstag nach dem Feuer im Skiort Crans-Montana ein Strafverfahren gegen sie eingeleitet hat.

"Wir werden uns dieser Angelegenheit unter keinen Umständen entziehen", betonten sie. Die Schweizer Behörden ermitteln wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung sowie der fahrlässigen Verursachung eines Brandes. Das bestätigte der Oberstaatsanwalt des Kantons Wallis.

Die Erklärung der Betreiber erfolgte am selben Tag, an dem die lokalen Behörden bekannt gaben, dass in der Bar seit 2019 keine Brandschutzkontrollen mehr durchgeführt worden waren.

Menschen stehen um Blumen und Kerzen herum, die vor der versiegelten Bar Le Constellation in Crans-Montana aufgestellt wurden, 6. Januar 2026
Menschen stehen um Blumen und Kerzen herum, die vor der versiegelten Bar Le Constellation in Crans-Montana aufgestellt wurden, 6. Januar 2026 AP Photo

Nach Einschätzung der Ermittler könnten Kerzen auf Champagnerflaschen den Brand in der Bar im Ferienort Crans-Montana ausgelöst haben. Demnach seien die Flammen der Decke zu nahe gekommen und hätten das Feuer entfacht.

Die Behörden prüfen nun, ob das schallisolierende Material an der Decke den geltenden Vorschriften entsprach und ob der Einsatz von Kerzen in der Bar überhaupt zulässig war.

Nach den Vorgaben des Kantons Wallis sind für "öffentlich zugängliche" Gebäude jährliche Brandschutzkontrollen vorgesehen. Diese fallen nach Angaben der regionalen Behörden in den Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Gemeinde.

Die Gemeinde Crans-Montana teilte am Dienstag mit, dass in den Jahren 2016, 2018 und 2019 Inspektionen der Bar Le Constellation durchgeführt worden seien. Diese hätten auch Brandschutzkontrollen umfasst.

Zwar seien damals Anpassungen verlangt worden, Probleme im Zusammenhang mit den Schallschutzmaßnahmen habe es jedoch nicht gegeben. Nach dem Brand habe der Gemeinderat die Unterlagen erneut geprüft und festgestellt, dass "zwischen 2020 und 2025 keine regelmäßigen Kontrollen stattgefunden haben", sagte der Leiter der Gemeindeverwaltung, Nicolas Féraud, am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

"Wir bedauern das zutiefst", erklärte Féraud. Zugleich betonte er, es sei nun Aufgabe der Justiz, zu klären, welche Rolle das Ausbleiben der Kontrollen bei den Ereignissen gespielt habe, die letztlich zu dem Brand führten.

Der Bürgermeister von Crans-Montana, Nicolas Féraud, spricht während einer Pressekonferenz, 6. Januar 2026
Der Bürgermeister von Crans-Montana Nicolas Féraud spricht während einer Pressekonferenz, 6. Januar 2026 AP Photo

Féraud sagte, er könne derzeit nicht erklären, warum die Sicherheitskontrollen über einen so langen Zeitraum hinweg ausgeblieben seien. Zudem verwies er darauf, dass in den Berichten der früheren Inspektionen für die Bar Le Constellation eine maximale Kapazität von jeweils 100 Personen im Erdgeschoss und im Untergeschoss festgelegt worden sei.

Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs tatsächlich in der Bar aufhielten, ist bislang unklar. Die Ermittler erklärten, es sei möglich, dass diese Zahl nie eindeutig festgestellt werden könne. Am Sonntag schlossen die Behörden die Identifizierung der 40 Todesopfer ab.

Einen Tag später teilten die Ermittler mit, dass inzwischen auch alle 116 Verletzten identifiziert worden seien. Sie stammen aus mehreren Ländern.

Weitere Quellen • AP

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