Nach der Brand-Katastrophe in Crans-Montana steht der Gemeindepräsident Nicolas Féraud in der Kritik. Er hat zugegeben, dass die Sicherheit in der Bar Le Constellation seit mehr als fünf Jahren nicht kontrolliert worden war. Zudem saß der Betreiber der Bar zuvor in Frankreich im Gefängnis.
Die lokalen Behörden des Schweizer Ski-Ortes Crans-Montana haben auf einer Pressekonferenz zum Feuer-Inferno Versäumnisse eingeräumt. In den vergangenen fünf Jahren habe es keine regelmäßigen Brand- und Sicherheitskontrollen in der Bar gegeben, in der durch den Brand in der Silvesternacht 40 Menschen getötet und 116 weitere zum Teil sehr schwer verletzt wurden. Viele Patienten, die schlimme Brandverletzungen erlitten haben, werden in Krankenhäusern in der Schweiz, aber auch in Frankreich und in Deutschland behandelt.
"Zwischen 2020 und 2025 wurden keine periodischen Inspektionen durchgeführt. Wir bedauern dies zutiefst", gab der Bürgermeister oder Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, auf einer Pressekonferenz zu.
Féraud sagte, er könne sich nicht sofort erklären, warum die Sicherheitsinspektionen so lange nicht durchgeführt worden seien. Die Stadtverwaltung habe "keinen Hinweis darauf, dass die Kontrollen nicht durchgeführt worden sind".
Das Ermittlungsteam geht davon aus, dass Pyrotechnik in Form von besonderen Wunderkerzen auf Champagnerflaschen das Feuer im Le Constellation entfachten, als sie der Decke zu nahe kamen.
Die Behörden untersuchen, ob die Schallisolierung der Decke den Vorschriften entsprach und ob die Verwendung von Wunderkerzen in der Bar erlaubt war.
Offenbar war nur der Lärmschutz überprüft worden
Auf der Pressekonferenz erklärte Gemeindepräsident Féraud, dass ein externer Sachverständiger im September 2025 mit einer Schalldämmungsanalyse beauftragt worden war und zu dem Schluss kam, dass die Bar den Lärmschutzvorschriften entsprach.
Der Sachverständige habe jedoch nicht untersucht, "in welchem Zustand die schalldämpfenden Schaumstoffplatten der Bar waren und ob sie feuerfest waren", so Féraud.
Der Bürgermeister kündigte außerdem ein Verbot aller Arten von Wunderkerzen in den örtlichen Lokalen an und bezeichnete diese Entscheidung als "unumstößlich".
Féraud sagte, er werde nicht zurücktreten und es sei "Sache der Richter" zu entscheiden, ob die Stadtverwaltung in eine strafrechtliche Untersuchung des Brandes einbezogen werde.
Der Gemeindepräsident verließ die Pressekonferenz mit einer Polizeieskorte, denn Nicolas Féraud steht in der Kritik - auch wegen seiner laut Experten mangelhaften Kommunikation nach dem Unglück.
Betreiber der Bar saß in Frankreich im Gefängnis
Die Schweizer Behörden haben eine strafrechtliche Untersuchung gegen die Barbetreiber eingeleitet. Das Ehepaar wird der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Herbeiführung eines Brandes verdächtigt, so der Oberstaatsanwalt der Region Wallis.
Französische und Schweizer Medien berichten, der Betreiber der Bar "Le Constellation" sei vor etwa 20 Jahren in Frankreich wegen Anstiftung zur Prostitution inhaftiert worden. Er soll junge Frauen in seinem Etablissement in Genf beschäftigt haben. Seine damalige Anwältin betont, dass keine der Frauen gegen den Betreiber geklagt habe - und dass die ihrem Klienten vorgeworfenen Delikte in der Schweiz nicht strafbar seien.
Unter den Todesopfern der Brandkatastrophe sind neun französische Staatsbürger - darunter ein 14 Jahre altes Mädchen, eine 24-jährige Kellnerin aus Sète und ein 39-jähriger Familienvater.
Aufgrund der schweren Verbrennungen war die Identifizierung einiger Opfer des Brandes, der in den frühen Morgenstunden des Neujahrstages ausbrach, schwierig, so dass die Familien den Behörden DNA-Proben übermitteln mussten.
Die Ermittler haben die Identifizierung der 40 Toten am Sonntag abgeschlossen und erklärten am 5. Januar 2026, dass sie die Namen aller 116 Verletzten kennen.
In den Kantonen Wallis und Waadt gibt es eine Welle der Solidarität mit den Opfern der Brandkatastrophe. Viele Menschen wollen Blut spenden. Das Rote Kreuz erklärt, Blutspenden seien immer sinnvoll, es bestehe zur Zeit aber keine Notsituation.