Wie ihre deutschen Kollegen heute in Berlin protestieren auch Frankreichs Landwirte gegen die geplante Unterzeichnung des Abkommens zwischen der EU und dem südamerikanischen Mercosur. Der Umgang der Regierung mit der Lumpy-skin-Krankheit bei Rinderzuchtbetrieben sorgt ebenfalls für Protest.
Das französische Innenministerium zählte an diesem Donnerstagmorgen rund 100 Traktoren in Paris, die meisten davon vor den Toren der Hauptstadt. Etwa 20 Traktoren schafften es jedoch trotz der von der Polizei errichteten Straßensperren bis in die Pariser Innenstadt.
Einige Landwirte demonstrierten vor dem Eiffelturm, nachdem sie ihre Traktoren in der Nähe des Arc de Triomphe geparkt hatten. Von den Ordnungskräften wurden umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
Die Autobahn A13 war am frühen Morgen in Richtung Paris wegen einer Kundgebung gesperrt.
Die Bauerngewerkschaft Coordination rurale rief zur Demonstration vor der Nationalversammlung um 10 Uhr auf. Im Rahmen der landesweiten Protestbewegung hatten Bauern dieser Gewerkschaft am Abend zuvor auch Blockaden in der Umgebung eines Öllagers in Bassens bei Bordeaux errichtet, wie die Präfektur des Departements Gironde mitteilte: "Seit 22 Uhr verhindern etwa 40 landwirtschaftliche Maschinen, Lastwagen und leichte Fahrzeuge den Zugang zum Gelände", so die Erklärung der Präfektur.
Wie ihre Kollegen in anderen europäischen Ländern wehren sich die französischen Landwirte gegen das Abkommen zwischen der Europäischen Union und den südamerikanischen Mercosur-Ländern, das demnächst unterzeichnet werden soll. Sie kritisieren zudem den Umgang der französischen Regierung mit dem Ausbruch der Lumpy-skin-Krankheit (Dermatitis nodularis) unter Rindern in Frankreich. Die darauf folgenden Massenschlachtungen sind im Land sehr umstritten.