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Witkoff: Gaza tritt in die zweite Phase von Trumps Waffenstillstandsplan ein

Palästinenser gehen inmitten von Gebäuden, die durch israelische Luft- und Bodenoperationen in Gaza-Stadt zerstört wurden, 14. Januar 2026
Palästinenser gehen inmitten von Gebäuden, die durch israelische Luft- und Bodenoperationen in Gaza-Stadt zerstört wurden, 14. Januar 2026 Copyright  AP Photo
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Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
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Nach der Freilassung hunderter Geiseln seitens der Hamas und mehreren hundert Palästinensern aus israelischen Gefängnissen wollen die USA in Gaza die zweite Phase des Waffenstillstands einleiten.

Gaza, die Hamas und Israel könnten in die zweite Phase des Waffenstillstandsabkommen übergehen, teilten Vertreter der Vereinigten Staaten am Mittwoch mit. Darin geht es laut Plan um die Entwaffnung der Hamas und den Wiederaufbau der vom Krieg verwüsteten Gebiete. Außerdem soll eine Gruppe palästinensischer Experten unter amerikanischer Aufsicht die täglichen Angelegenheiten im Gazastreifen regeln.

Der Gesandte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, erklärte in einem Beitrag auf X, dass das Waffenstillstandsabkommen, an dessen Aushandlung Trump beteiligt war, nach zwei Jahren Krieg zwischen Israel und der Hamas in seine zweite Phase eintrete. Dies umfasse insbesondere auch die Einsetzung einer technokratischen Regierung in Gaza.

"Wir kündigen den Beginn der zweiten Phase des 20-Punkte-Plans des Präsidenten zur Beendigung des Gaza-Konflikts an, die vom Waffenstillstand zur Entmilitarisierung, zur technokratischen Regierung und zum Wiederaufbau übergeht", so Witkoff.

Witkoff machte jedoch keine näheren Angaben dazu, wer der neuen palästinensischen Übergangsverwaltung angehören wird, die den Gazastreifen regieren soll.

Palästinenser laufen zwischen Gebäuden, die durch israelische Luft- und Bodenangriffe zerstört wurden, in Gaza-Stadt, 14. Januar 2026
Palästinenser laufen zwischen Gebäuden, die durch israelische Luft- und Bodenangriffe zerstört wurden, in Gaza-Stadt, 14. Januar 2026 AP Photo

Die Vermittler des Waffenstillstandsabkommens - Ägypten, die Türkei und Katar - begrüßten die Einrichtung des Komitees und erklärten, es werde von Ali Shaath, einem ehemaligen stellvertretenden Minister der Palästinensischen Autonomiebehörde, geleitet.

"Dies ist eine wichtige Entwicklung zur Verbesserung der humanitären Lage in Gaza", schrieben sie in einer gemeinsamen Erklärung.

Der aus dem Gazastreifen stammende Ali Shaath war in der international anerkannten Palästinensischen Autonomiebehörde stellvertretender Minister für Verkehr.

Shaath, ein Ingenieur, ist laut seiner Biografie auf der Website des Palestine Economic Policy Research Institute ein Experte für wirtschaftliche Entwicklung und Wiederaufbau.

USA: Wiederaufbau in Gaza soll beginnen

Witkoff sagte, dass die USA von der Hamas erwarten, die letzte tote Geisel im Rahmen ihrer Verpflichtungen aus dem Abkommen unverzüglich zurückzugeben.

Auch wenn die Ankündigung vom Mittwoch einen wichtigen Schritt nach vorn bedeutet, stehen eine neue Regierung im Gazastreifen und ein Waffenstillstand noch vor großen Herausforderungen. Darunter fällt die Entsendung einer internationalen Sicherheitstruppe zur Überwachung des Abkommens und der schwierige Prozess der Entwaffnung der Hamas.

Die Ernennung der Mitglieder eines technokratischen Ausschusses ist Teil eines umfassenderen Plans zur Beendigung der 18-jährigen Herrschaft der Hamas im Gazastreifen.

Die Beauftragten werden das Tagesgeschäft in Gaza unter der Aufsicht eines von Trump geleiteten "Board of Peace" führen, dessen Mitglieder ebenfalls noch nicht benannt wurden.

Der im Rahmen von Trumps 20-Punkte-Plan vereinbarte Waffenstillstand trat im Oktober in Kraft und beendete einen Großteil der Kämpfe.

Geiselaustausch fast beendet: Hamas hält eine Geisel zurück

In der ersten Phase des dreistufigen Abkommens ließ die Hamas alle Geiseln bis auf eine frei und nahm dafür Hunderte Palästinenser entgegen, die in israelischen Gefängnissen festgehalten wurden.

Das technokratische Komitee, das laut Witkoff im Rahmen der zweiten Phase eingerichtet werden soll, wird mit der Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen für die mehr als 2 Millionen Palästinenser im Gazastreifen beauftragt. Es steht jedoch vor gewaltigen Herausforderungen und unbeantworteten Fragen, u. a. in Bezug auf seine Tätigkeit und Finanzierung.

US-Präsident Donald Trump gestikuliert beim Verlassen von Marine One nach seiner Ankunft im Weißen Haus, 13. Januar 2026
US-Präsident Donald Trump gestikuliert, als er nach seiner Ankunft im Weißen Haus von Marine One weggeht, 13. Januar 2026 AP Photo

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird der Wiederaufbau von Gaza mehr als 50 Milliarden Dollar (42 Milliarden Euro) kosten - ein Prozess, der voraussichtlich Jahre dauern wird.

Eine weitere unmittelbare Herausforderung besteht darin, herauszufinden, wie die Grundversorgung nach fast zwei Jahrzehnten Hamas-Herrschaft im Gazastreifen und wiederholten Konflikten mit Israel wiederhergestellt werden kann.

Weitere Quellen • AP, AFP

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