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Größter Deal aller Zeiten: EU und Indien besiegeln Freihandelsabkommen

Ursula von der Leyen mit Antonio Costa und Narendra Modi
Ursula von der Leyen mit Antonio Costa und Narendra Modi Copyright  AP Photo
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Von euronews
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Rund 20 Jahre hatten beide Seiten miteinander verhandelt. Die Unterzeichnung des Abkommens steht nach Angaben aus Indien kurz bevor.

Indien und die Europäische Union haben die Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zur Vertiefung der wirtschaftlichen und strategischen Beziehungen abgeschlossen. Das hat Regierungschef Narendra Modi am Dienstag mitgeteilt.

Beide Seiten begrüßen "neues Kapitel"

Die Ankündigung erfolgte während eines hochrangigen Besuchs von führenden Politikern der Europäischen Union, darunter Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie war vom Weltwirtschaftsforum in Davos nach Indien gereist. Beide Seiten begrüßten ein „neues Kapitel in den strategischen Beziehungen“, da beide Seiten nach Alternativen zum US-Markt suchen.

Die EU und Indien schreiben heute Geschichte und vertiefen die Partnerschaft zwischen den größten Demokratien der Welt.
Ursula von der Leyen
EU-Kommissionspräsidentin

Von der Leyen fügte hinzu: „Wir haben der Welt ein Signal gesendet, dass eine auf Regeln basierende Zusammenarbeit nach wie vor großartige Ergebnisse liefert.“ Diese Äußerung darf wohl als Anspielung auf das Vorgehen der US-Regierung gewertet werden.

Mittel gegen Trumps Zolldrohungen

Fast zwei Jahrzehnte hatten beide Seiten miteinander verhandelt. Es betrifft rund zwei Milliarden Menschen. Von beiden Seiten wurde die Übereinkunft als „Mutter aller Abkommen“ bezeichnet.

Die Gespräche zwischen der EU und Indien hatten erstmals im Jahr 2007 begonnen, stießen jedoch schnell auf Hindernisse. Die Verhandlungen wurden 2022 wieder aufgenommen und im vergangenen Jahr intensiviert, da beide Seiten versuchten, die Auswirkungen von Trumps Rückkehr ins Weiße Haus abzufedern.

Das Abkommen wird die Zölle auf fast 97 Prozent der europäischen Exporte senken oder ganz abschaffen. Pro Jahr sollen sich so bis zu vier Milliarden Euro einsparen lassen.

"Mutter aller Abkommen"

Tatsächlich handelt es sich um eines der größten bilateralen Handelsabkommen weltweit. Zuvor hatte die US-Regierung angekündigt, sowohl Indien als auch die EU mit hohen Einfuhrzöllen zu belegen.

Neu-Delhi sieht sich derzeit mit Zöllen in Höhe von 50 % seitens der Trump-Regierung konfrontiert, was seine Exporte stark beeinträchtigt hat. Nach dem Abschluss des Mercosur-Abkommens mit lateinamerikanischen Ländern Anfang dieses Monats hat die EU erklärt, dass sie ihre Handelsagenda mit neuen Partnern vorantreiben wolle.

Bevor das Abkommen umgesetzt werden kann, müssen der Europäische Rat und das Europäische Parlament es ratifizieren, was ein langwieriger Prozess werden könnte.

Die Kommission hofft, mit der Umsetzung des Abkommens ab Januar 2027 beginnen zu können.

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