Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, doch Datum und Bräuche variieren. Während er in Bayern als "stiller Tag" gilt, endet in Brasilien der Karneval. Weltweit wird der Auftakt zur Passionszeit unterschiedlich begangen.
Die Fastenzeit ist da. 46 Tage vor Ostern läutet der Aschermittwoch im Christentum die Vorbereitung auf Ostern ein.
In den Wochen bis zum Fest der Auferstehung Jesu Christi erinnern Christen an das Leiden und Sterben Jesu. Die Zeit wird deshalb auch Passionszeit genannt, abgeleitet vom lateinischen "passio" für Leiden.
Obwohl der Zeitraum zwischen Aschermittwoch und Ostern 46 Kalendertage umfasst, wird nur an 40 Tagen gefastet. Die sechs Sonntage gelten traditionell nicht als Fasttage, da sie als "kleine Ostertage" gefeiert werden. Bis zum 4. April dauert die Fastenzeit an.
Fasten: Verzicht mit Sinn
Für viele Gläubige ist diese Phase eine Zeit des bewussten Verzichts. Klassisch geht es um den Verzicht auf Fleisch, Süßigkeiten oder Alkohol. Inzwischen interpretieren viele Menschen das Fasten weiter: Sie reduzieren ihren Medienkonsum, verzichten auf Plastik, versuchen nachhaltiger zu leben oder nehmen sich bewusst mehr Zeit für Familie, Gebet und Selbstreflexion.
Offizielle Fastenregeln gibt es mittlerweile nur noch in der katholischen Kirche: Aschermittwoch und Karfreitag. Gläubige sollen an ihnen nur eine richtige Mahlzeit pro Tag und sonst zwei kleine Mahlzeiten essen.
Die evangelische Kirche ruft stattdessen zu "7 Tage ohne auf". Dieses Jahr läuft die Aktion unter dem Motto "7 Wochen ohne Härte". Gläubige sollen während der Fastenzeit besonders viel Mitgefühl zeigen.
Zudem fordern sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche Gläubige zum "Klimafasten" auf. "Was haben wir im Überfluss? Wofür sind wir beschenkt? Wie können wir die Gemeinschaften bereichern, in denen wir leben?", heißt es von den Kirchen.
Besonders bei jungen Erwachsenen ist Fasten beliebt: 85 % der 18- bis 29-Jährigen halten bewussten Verzicht auf Genussmittel oder Konsumgüter für sinnvoll, so die Krankenkasse DAK. 2024 lag der Wert noch bei 76 %. Besonders beliebt ist demnach Verzicht auf Alkohol, gefolgt von Süßigkeiten und Fleisch.
Aschekreuz
Den Namen verdankt der Aschermittwoch einem alten kirchlichen Brauch: In katholischen Gottesdiensten zeichnet der Priester den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn. Die Asche stammt meist von verbrannten Palmzweigen des Vorjahres.
Das Aschekreuz erinnert an die Vergänglichkeit des Menschen. Gleichzeitig steht es für Umkehr, Besinnung und einen geistlichen Neuanfang.
Da sich das Osterdatum nach dem Mondkalender richtet, fällt auch der Aschermittwoch jedes Jahr auf ein anderes Datum. Er ist kein gesetzlicher Feiertag. In einigen Bundesländern, etwa in Bayern, gilt er jedoch als sogenannter "stiller Tag". Dort sind bestimmte öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen eingeschränkt oder verboten.
International wird der Aschermittwoch sehr unterschiedlich begangen: je nach religiöser Prägung und kultureller Tradition. In stark katholisch geprägten Ländern wie Italien, Spanien oder Polen ist der Gottesdienst mit dem Aschekreuz weit verbreitet und gut besucht. In Brasilien markiert der Tag das offizielle Ende des weltberühmten Karnevals von Rio und leitet eine deutlich ruhigere Phase ein.