In Kinderspielzeug sind Spuren von Asbest entdeckt worden. Zwei Discounter starten daher in mehreren Bundesländern eine Rückrufaktion für bestimmte Plastikfiguren.
Erst vor wenigen Wochen gab es einen Rückruf von Babymilch wegen Giftstoffen, jetzt geht es um Spielzeug, das vermutlich Spuren eines gesundheitsschädlichen Stoffes enthält. Besonders problematisch ist, dass bei einer Beschädigung der Produkte Füllmaterial austreten kann, das Asbest enthalten kann.
Wenn asbesthaltiges Material beschädigt wird, können mikroskopisch kleine Fasern freigesetzt werden. Beim Einatmen gelangen sie tief in die Lunge und bleiben dort dauerhaft, weil der Körper sie kaum abbauen kann. Das kann langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit haben, wie z.B. Krebserkrankungen.
Die Auswirkungen zeigen sich häufig erst 20 bis 40 Jahre nach der Exposition. Bereits kleine Mengen können über lange Zeit gesundheitsschädlich sein, es gibt keinen sicheren Grenzwert für das Einatmen von Asbestfasern.
Um dieses Spielzeug geht es: Die Produkte mit den Bezeichnungen "Stretcherz Electro Squad" (4-Figuren-Pack) und "Stretcherz Skull Squad" (4-Figuren-Pack) mit den EAN-Nummern 5050835011240 und 5050835030340 wurden von ALDI zwischen November 2025 und Februar 2026 verkauft. Die Produkte wurden in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern vertrieben.
Die Spielzeugkette Action ruft zudem in allen Bundesländern insgesamt 20 verschiedene Produkte der Stretcherz-Marke zurück, die EAN-Nummern können auf der Seite Lebensmittelwarnung eingesehen werden.
Vertreiber der Spielzeugfiguren ist die Vulcan Consulting mit Sitz in Dublin/Irland.
Käufer können die Artikel einer beliebigen Filiale zurückgeben, der Preis wird auch ohne Kassenbon erstattet.
Nach Berichten der Stiftung Warentest liegt den Rückrufen ein weit verbreitetes Problem zugrunde: Gefärbter Sand aus chinesischer Produktion, der unter Namen wie "Rainbow Sand", "Magic Sand" oder "Glow Art Sand" angeboten wird, ist in mehreren Fällen mit krebserregendem Asbest belastet. Dieser Sand wurde auch als Füllmaterial in den zurückgerufenen Spielfiguren verwendet.
In manchen Fällen stammt der verwendete Quarzsand aus Regionen, in denen Asbest natürlicherweise vorkommt. Wird der Sand nicht sorgfältig gereinigt, können winzige Asbestfasern ins Endprodukt gelangen.
Auch die Farbpigmente oder Füllstoffe selbst können verunreinigt sein oder während der Produktion kontaminiert werden, sodass krebserregende Fasern in den bunten Sand gelangen.
Zudem fehlen insbesondere bei kostengünstiger Massenproduktion in einigen Produktionsstätten, häufig in China, ausreichende Kontrollen und Tests auf Asbest, wodurch belastetes Material in den Handel gelangt.