Der Einsatz gilt als der wichtigste Schlag gegen die Drogenmafia in Mexiko seit Jahren. Sicherheitskräfte haben am Sonntag im Hochland von Jalisco den "El Mencho" genannten Rubén Nemesio Oseguera Cervantes getötet. Der 59-Jährige war der Boss des Jalisco-Kartells.
El Mencho starb am Sonntag, dem 22. Februar 2026, in der Gemeinde Talpa de Allende im Hochland von Jalisco in Mexiko. Dort hatte sich Rubén Nemesio Oseguera Cervantes offenbar seit Jahren versteckt. Die Operation wurde von der mexikanischen Armee geleitet. Stunden vor seinem Tod wurden ungewöhnliche Bewegungen von Sicherheitskräften in der Gegend gemeldet.
Das organisierte Verbrechen reagierte schnell. Straßenblockaden mit abgefackelten Lastwagen wurden aus mindestens sechs Bundesstaaten gemeldet: Jalisco, Michoacán, Colima, Tamaulipas, Guanajuato und Aguascalientes. Die koordinierte und fast zeitgleiche Reaktion spricht Bände über die territorialen Kontrolle, die das Cártel de Jalisco Nueva Generación - kurz CJNG - in weiten Teilen des Landes ausübt.
Wer war der Mann hinter dem tödlichsten Kartell Mexikos?
Oseguera Cervantes wurde am 17. Juli 1966 in Naranjo de Chila, einer kleinen Gemeinde in Aguililla in Michoacán, geboren. Als Sohn von Bauern wanderte er als junger Mann nach Kalifornien aus, wo eines der wenigen Fotos von ihm aufgenommen wurde: Es zeigt einen jungen Mann mit lockigem Haar. Das andere, weiter verbreitete Bild zeigt ihn mit heiterem Gesicht und Schnauzbart. Diese beiden Fotos sind praktisch alles, was die Öffentlichkeit über sein Aussehen weiß.
Die kriminelle Karriere des 59-Jährigen verlief wie die vieler mexikanischer Drogenbosse: erst Drogenhandel, dann Arbeit als Auftragskiller, dann als Bandenchef. Nach dem Tod von Ignacio Coronel Villarreal, bekannt als Nacho Coronel, übernahm Oseguera Cervantes das Kommando.
Zusammen mit Erik Valencia Salazar, El 85, gründete "El Mencho" das "Jalisco-Kartell - Neue Generation", eine Organisation, die innerhalb weniger Jahre ihre historischen Rivalen verdrängte und ihre Tätigkeit auf mehrere Kontinente ausdehnte.
Die Justizbehörden boten 15 Millionen Dollar für Informationen, die zu seiner Ergreifung führen, die gleiche Summe wie für El Chapo in seinen besten Jahren.
Der Schlag, den Präsidentin Sheinbaum brauchte
Der Tod von El Mencho kommt für die Regierung von Präsidentin Claudia Sheinbaum zu einem schwierigen Zeitpunkt. Die Gewalt in Bundesstaaten wie Sinaloa und Michoacán hat nicht nachgelassen, und der Druck aus Washington auf die mexikanische Regierung hatte sich nach dem Absturzdes Sinaloa-Kartells und der Auslieferung von Rafael Caro Quintero verstärkt.
Vor diesem Hintergrund stellt die Operation vom Sonntag den größten Erfolg der von Omar García Harfuch im Sicherheitssekretariat geleiteten Strategie dar. Die Ergreifung und Tötung des meistgesuchten Drogenbosses der Welt, der sowohl für Mexiko als auch für die USA ein vorrangiges Ziel darstellte, gilt als ein Erfolg, den keine vorherige Regierung je erreicht hat.
Es bleibt abzuwarten, ob die Struktur der CJNG diesem Schlag standhalten kann oder ob, wie bei anderen Kartellen zuvor, der Sturz des Anführers eine Zersplitterung beschleunigt, die am Ende zu noch mehr Gewalt führt.