Während die Lage im östlichen Mittelmeer angespannt bleibt, verlegen die Niederlande und Großbritannien weitere Einheiten nach Zypern. In Akrotiri wurde erneut Alarm ausgelöst, zugleich arbeitet die Regierung daran, das SMS-Warnsystem nach Problemen bei einem Test zu verbessern.
Nach der Entsendung von zwei Fregatten und vier F-16-Kampfflugzeugen durch Griechenland sowie der unmittelbaren Reaktion Frankreichs mit der Verlegung des atomgetriebenen Flugzeugträgers Charles de Gaulle von der Ostsee nach Zypern folgen nun weitere europäische Länder diesem Beispiel.
Spanien kündigte an, dass die Fregatte Cristobal Colon, die sich zu Begleit- und Ausbildungszwecken am selben Ort wie der französische Flugzeugträger befand, in der kommenden Woche in dem Gebiet eintreffen werde. Nach AngabFen des spanischen Verteidigungsministeriums wird sie voraussichtlich am Dienstag vor Kreta eintreffen, nachdem sie zuvor im Golf von Cádiz Nachschub aufgenommen hat.
Auch Italien will – nach endgültiger Genehmigung durch das Parlament – Verstärkung nach Zypern entsenden. Präsident Christodoulides dankte dem italienischen Premierminister dafür in einem Beitrag auf X auf Italienisch.
Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto erklärte, Italien werde in den kommenden Tagen "zusammen mit Frankreich, Spanien und den Niederlanden Marineeinheiten zur Verteidigung des EU-Mitglieds Zypern entsenden".
"Ein möglicher direkter Angriff auf Zypern oder NATO-Länder würde die Verbündeten zum Eingreifen zwingen", sagte der Minister. Er fügte hinzu, dass "im Falle eines direkten Angriffs einerseits Artikel 5 der NATO und andererseits Artikel 7 der Europäischen Union uns verpflichten würden, an ihrer Seite zu stehen".
Die niederländische Fregatte HNLMS Evertsen ist ebenfalls auf dem Weg nach Zypern und operiert derzeit gemeinsam mit dem Flugzeugträger Charles de Gaulle, der bis vor Kurzem in der Ostsee stationiert war.
Auf britischer Seite ist die HMS Dragon auf dem Weg nach Zypern. Der britische Verteidigungsminister John Healey traf am Mittwochabend auf der Mittelmeerinsel ein und kam mit seinem zyprischen Amtskollegen Vassilis Palma zusammen. Beide besprachen, wie Großbritannien die Verteidigung gegen Drohnen und Raketen verstärken kann.
Am Donnerstagmittag wurde auf dem britischen Stützpunkt in Akrotiri erneut Alarm ausgelöst. Laut Regierungssprecher Konstantinos Letibiotis wurde ein möglicher Hinweis auf ein verdächtiges Objekt untersucht, das sich angeblich auf die Basis zubewegte. Letztlich stellte sich jedoch heraus, dass keine Gefahr bestand.
Die zypriotischen Behörden arbeiten indes daran, das Warnsystem per SMS zu verbessern, nachdem ein Test gezeigt hatte, dass nicht alle Einwohner die Nachricht erhalten hatten.