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Studie: Handel zwischen EU und USA bleibt trotz Zolldruck stark

Container werden in einem Frachtterminal in Frankfurt, Deutschland, gelagert, Montag, 23. Februar 2026.
Container werden in einem Frachtterminal in Frankfurt am Main, Deutschland, gelagert, Montag, 23. Februar 2026. Copyright  AP Photo
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Von Peggy Corlin
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Trotz der Handelsspannungen erreichte der Warenhandel zwischen den USA und der EU 2025 mit 1,05 Billionen US-Dollar einen Rekordwert. Das US-Defizit gegenüber der EU sank laut einer Studie der Amerikanischen Handelskammer für die EU nur um sieben Prozent.

Das US-Handelsdefizit gegenüber der EU ist im Jahr 2025 trotz der vom Weißen Haus verhängten Zölle zur Verringerung dieses Ungleichgewichts lediglich um sieben Prozent zurückgegangen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Amerikanischen Handelskammer bei der Europäischen Union (AmCham) hervor.

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Der Bericht unterstreicht zugleich die enge wirtschaftliche Verflechtung zwischen beiden Partnern. Die Veröffentlichung fällt in eine Phase anhaltender Differenzen zwischen Washington und Brüssel. Hintergrund ist die aggressive Handelspolitik des Weißen Hauses, die unter anderem eine Verdreifachung der US-Zölle auf Importe aus der EU vorsieht.

Im vergangenen Sommer hatten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump ein einseitiges Abkommen geschlossen. Demnach führten die USA Zölle von 15 Prozent auf Waren aus der EU ein, während sich die EU verpflichtete, ihre eigenen Zölle abzuschaffen und ihre Investitionen in den USA zu erhöhen.

Die Vereinbarung liegt jedoch weiterhin auf Eis. EU-Abgeordnete warten auf Klarheit aus Washington, nachdem US-Behörden infolge eines Urteils des Obersten Gerichtshofs vom Februar neue Untersuchungen eingeleitet haben. Das Gericht hatte die für 2025 vorgesehenen Zölle für rechtswidrig erklärt. Trotz der politischen Spannungen bleibt der transatlantische Handel stabil. Laut Bericht dürfte der Warenhandel zwischen den USA und der EU im Jahr 2025 ein Rekordvolumen von 1,05 Billionen US-Dollar erreichen.

Die Studie warnt zudem, dass eine wirtschaftliche Entkopplung für Europa teuer wäre. "Einige Europäer haben recht, wenn sie übermäßige Abhängigkeiten reduzieren wollen, doch sie irren, wenn sie glauben, eine Abkopplung von Amerika hätte nur geringe Kosten", schreiben die Autoren. "Einige Amerikaner haben recht, wenn sie erwarten, dass Europa mehr für seine Sicherheit tut, doch sie irren, wenn sie glauben, Europa nicht zu brauchen."

Den Angaben zufolge hat die EU ihre Exporte in die Vereinigten Staaten trotz der Zölle kaum reduziert. Die USA exportierten Waren im Wert von 414 Milliarden US-Dollar in die EU und importierten Güter im Wert von 633 Milliarden US-Dollar. Daraus ergibt sich für 2025 ein Warenhandelsdefizit von 219 Milliarden US-Dollar.

Das sind rund 17 Milliarden US-Dollar beziehungsweise sieben Prozent weniger als das Defizit von 236 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024, obwohl die Zölle der Regierung Trump vor allem auf dessen Verringerung abzielten. Bezieht man Dienstleistungen ein, fällt das Defizit geringer aus, da die USA in diesem Bereich einen Überschuss erzielen.

"Wir schätzen, dass das gesamte US-Defizit im Waren- und Dienstleistungshandel mit der EU im Jahr 2025 bei etwa 150 Milliarden Dollar liegt – das ist erheblich, aber deutlich niedriger als das Defizit im Warenhandel von 219 Milliarden Dollar", heißt es in der Studie. Nach Angaben von AmCham ist dieses Defizit mehr als viermal so hoch wie das US-Handelsdefizit gegenüber der asiatisch-pazifischen Region.

Ausländische Investitionen als Zeichen enger Beziehungen

"Während sich neue globale Wirtschaftsvereinbarungen entwickeln, bleiben die Verbindungen zwischen den USA und Europa eng und für beide Seiten vorteilhaft", schreiben die Autoren des Berichts. Auch die Daten zu Auslandsinvestitionen weisen auf eine besonders enge wirtschaftliche Verflechtung hin.

Europa und die USA vereinen gemeinsam mehr als die Hälfte der gegenseitigen Auslandsinvestitionen auf sich. Zwischen 2009 und 2025 flossen 56 Prozent der weltweiten ausländischen Direktinvestitionen (ADI) der USA nach Europa.

Umgekehrt lag der Anteil Europas an den globalen Direktinvestitionen in den Vereinigten Staaten – aufgeschlüsselt nach wirtschaftlich Berechtigten – im Jahr 2024 ebenfalls bei 56 Prozent. "Die Vereinigten Staaten sind die größte einzelne Quelle ausländischer Direktinvestitionen in der EU – noch vor den größten europäischen Volkswirtschaften", heißt es in dem Bericht.

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