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Sommermärchen 1990: Neue Doku über Deutschlands Triumph in Italien

Deutsche Nationalmannschaft nach dem 1:0-Sieg gegen Argentinien im olympischen Stadion Rom, 8. July 1990
Deutsche Nationalmannschaft nach dem 1:0-Sieg gegen Argentinien im olympischen Stadion Rom, 8. July 1990 Copyright  AP Photo/Carlo Fumagalli
Copyright AP Photo/Carlo Fumagalli
Von Laura Fleischmann
Zuerst veröffentlicht am
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Sommermärchen vor der Einheit: 1990 holt Beckenbauers Elf in Italien den WM-Titel – und wird zum Symbol einer Zeitenwende. Eine neue Doku zeigt jetzt unveröffentlichte Bilder und erzählt, wie nah Fußball und Geschichte damals beieinander lagen.

Sommer in Italien – ein wahrer Traum, vor allem für die deutsche Nationalelf von 1990. Kurz nach dem Mauerfall erzielt die Mannschaft unter Trainer Franz Beckenbauer im Finale gegen Argentinien im olympischen Stadion Roms das 1:0 und sichert sich damit den Pokal. Danach machte ein geflügeltes Wort die Runde: Sommermärchen.

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Im neuen Dokumentarfilm "Ein Sommer in Italien – WM 1990" blicken die damaligen Spieler mehr als 30 Jahre später auf diesen einzigartigen Sommer zurück. Auf der ganz großen Kino-Leinwand werden ab heute erstmals unveröffentlichte Aufnahmen aus dem FIFA-Archiv sowie private Fotos der Fußballer gezeigt.

"Für uns war das Finale ein Heimspiel, wie das gesamte Turnier überhaupt. Auch viele Italiener schwenkten unsere Fahne, weil ein Klinsmann, Brehme, Völler und meine Wenigkeit damals bei dortigen Klubs spielten und wir beliebt waren", erzählt der damalige Kapitän und Mittelfeldspieler Lothar Matthäus der Welt. "Wir erlebten ein deutsches Sommermärchen in Italien, wie wir es uns nicht besser hätten erträumen können."

Da die Wiedervereinigung erst am 3. Oktober 1990 stattfand, spielte Deutschlands Nationalmannschaft noch ohne ostdeutsche Spieler. Mit dabei waren hingegen zahlreiche ostdeutsche Fußballfans. "Die Anhänger aus der Noch-DDR waren nicht zu übersehen. In Kolonnen reisten sie mit ihren Trabbis zu unserem WM-Quartier am Comer See, wo sie auf einer Grünfläche zelteten", erinnert sich Matthäus. "Sie haben das Hotel regelrecht belagert, warteten am Zaun darauf, dass wir zu ihnen kommen. Die Security wollte das zwar nicht, doch auf Anraten von Franz gingen wir zu den Fans, haben uns mit ihnen ausgetauscht, Fotos gemacht und Autogramme gegeben."

Auch dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), damals noch ein 23 Jahre alter Jurastudent, ist das Turnier gut in Erinnerung: "Die Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien war ein einzigartiges Erlebnis: tolle Stimmung, fantastische Spieler und ein unglaublicher Teamgeist, der die Mannschaft zum WM-Titel getragen hat."

Konstantin von Notz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, nutzte das Finalspiel, um gegen die Union auszuteilen. "WM-Finale 1990: Deutschland gewinnt sehr knapp mit einem Elfmetertor durch den unsterblichen Andreas Brehme. Oder wie Jens #Spahn es sagen würde: Argentinien ist auch Weltmeister." Damit spielte von Notz auf Forderungen der CDU Baden-Württemberg an, den Posten des Ministerpräsidenten im Landtag Baden-Württemberg zu teilen. Die CDU landete knapp hinter den Grünen auf Platz zwei.

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