Am Samstagabend sind bei iranischen Raketenangriffen auf die Städte Arad und Dimona in Israel zahlreiche Menschen verletzt worden. Offenbar hat das Luftabwehrsystem nicht funktioniert.
Mindestens 40 Menschen sind verletzt worden, nachdem eine iranische Rakete die südisraelische Stadt Dimona getroffen hat, in der sich eine Atomanlage befindet. Das teilte das israelische Militär am Samstagabend mit.
Auch in der Stadt Arad in Israel wurden durch Luftangriffe zahlreiche Personen verletzt - offenbar hatte das Abwehrsystem "Iron Dome" mindestens eine Rakete nicht abgefangen. Mehrere Wohnhäuser wurden getroffen. Israelische Rettungsdienste bestätigten 64 Verletzte, in den Krankenhäusern der Stadt wurde wegen der vielen Verwundeten der Notstand ausgerufen.
Mehrere Stadtteile von Teheran sowie Karadsch westlich der iranischen Hauptstadt sowie die zentral gelegene Stadt Isfahan waren laut Berichten des iranischen Senders Nour Ziel von Luftangriffen.
Die Rakete im israelischen Dimona schlug in einem Wohngebiet ein. Ein zehnjähriger Junge erlitt schwere Splitterverletzungen und befindet sich in einem ernsten Zustand.
37 weitere Menschen erlitten leichtere Verletzungen, meldete der Rettungsdienst Magen David Adom auf seinem X‑Konto.
Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens war der Angriff auf Dimona eine Vergeltung für einen Luftangriff vom Samstagvormittag auf die Atomanlage Natanz, rund 50 Kilometer von der Stadt Kaschan entfernt. Für diesen Angriff trage das israelische Militär keine Verantwortung, erklärten die Streitkräfte IDF (Israeli Defence Forces).
Die Wüstenstadt Dimona beherbergt Israels wichtigstes Nuklearforschungszentrum, das seit 1958 in Betrieb ist. Israel hat die weit verbreitete Annahme, dass das Land über Atomwaffen verfügt, weder bestätigt noch dementiert.
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte, sie habe „keine Hinweise auf Schäden am Nuklearforschungszentrum Negev“ erhalten und „keine ungewöhnlichen Strahlungswerte festgestellt“. Die Behörde betonte, sie verfolge die Lage aufmerksam.
G7 fordern "Stopp der Angriffe Irans"
Unterdessen forderten die Außenministerinnen und Außenminister der G7 und die Europäische Union am Samstag einen „sofortigen und bedingungslosen“ Stopp der Angriffe des iranischen Regimes auf seine Verbündeten im Nahen Osten.
In einer gemeinsamen Erklärung heißt es: „Wir verurteilen aufs Schärfste die verantwortungslosen Angriffe des Regimes auf Zivilisten und zivile Infrastruktur, einschließlich Energieanlagen, in Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien und im Irak.“