US-Präsident Donald Trump droht den Europäern, weil sie sich weigern, die Straße von Hormus militärisch abzusichern. Er spricht vom Herunterfahren der Militäroperation in Iran, während tausende US-Soldaten in den Nahen Osten unterwegs sind.
Die iranische Atomanlage in Natanz ist am Samstag von einem Luftangriff getroffen worden, wie eine offizielle iranische Nachrichtenagentur berichtete. Dabei sei es zu keinem Austritt von Radioaktivität gekommen.
Die Internationale Atomenergie-Agentur erklärte, sie beobachte das Geschehen. IAEA-Direktor Rafael Grossi forderte erneut "militärische Zurückhaltung, um jegliches Risiko eines nuklearen Unfalls zu vermeiden".
In Israel schlugen Trümmerteile einer iranischen Rakete in einen leeren Kindergarten ein, während der Krieg im Nahen Osten nun schon seit vier Wochen andauert.
Seit Beginn des Krieges ist das Internet in Iran abgeschaltet, so dass es schwierig ist, Informationen über das Kriegsgeschehen zu bekommen.
Trump droht den Europäern erneut mit Ansprüchen auf Grönland
US-Präsident Donald Trump drohte unterdessen in den sozialen Medien, wenn sich die sogenannten "Verbündeten" weiterhin weigerten, bei der Öffnung der Straße von Hormus zu helfen, müsse er wohl wieder seine Ansprüche auf Grönland geltend machen. Der Ball sei in den Händen der Europäer, schrieb Trump.
Trump: "Vielleicht habe ich einen Plan, vielleicht aber auch nicht"
Berichten zufolge entsenden die Vereinigten Staaten zusätzliche Kriegsschiffe und Truppen in den Nahen Osten, obwohl US-Präsident Donald Trump mit widersprüchlichen Äußerungen angedeutet hatte, er erwäge eine "Zurückfahren" der Militäroperationen in der Region.
Angesichts der explodierenden Ölpreise drohte Trump zudem mit einem Angriff auf die Insel Kharg, die für die iranischen Ölexporte von entscheidender Bedeutung ist, da der Großteil des Öls über diese Insel das Land verlässt.
"Vielleicht habe ich einen Plan, vielleicht auch nicht", sagte Trump am Freitag zu Reportern beim Verlassen des Weißen Hauses. "Es ist sicherlich ein Ort, über den die Leute reden. Aber das kann ich Ihnen nicht sagen", fügte er hinzu.
Die widersprüchlichen Signale folgten auf einen weiteren Anstieg der Ölpreise, die auf über 119 Dollar pro Barrel kletterten – gegenüber etwa 70 Dollar vor Beginn des Krieges mit dem Iran –, was die Trump-Regierung dazu veranlasste, die Sanktionen gegen bereits auf Schiffe verladenes iranisches Öl aufzuheben.
Unterdessen bezeichnete der US-Präsident andere NATO-Verbündete als "Feiglinge", weil sie sich nicht direkt an den Militäroperationen zur Sicherung der Straße von Hormus beteiligten, einem entscheidenden Korridor für den Transport von Öl, der derzeit vom Iran blockiert wird.
Die Meerenge liegt zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Normalerweise fließen etwa 20 % des weltweiten Ölhandels durch sie hindurch.
"Ohne die USA ist die NATO EIN PAPIERTIGER! Sie wollten sich nicht am Kampf beteiligen, um einen atomar bewaffneten Iran zu verhindern. Nun ist dieser Kampf militärisch GEWONNEN, und das bei sehr geringer Gefahr für sie", schrieb Trump auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social.
"Sie beschweren sich über die hohen Ölpreise, die sie zahlen müssen, wollen aber nicht dabei helfen, die Straße von Hormus zu öffnen – ein einfaches militärisches Manöver, das der einzige Grund für die hohen Ölpreise ist", fügte er hinzu.
Iran bedroht Ferienorte
Vor Trumps Beitrag in den sozialen Medien hatte der Iran gedroht, Beamte und Militärkommandanten aus den USA und Israel ins Visier zu nehmen, und angekündigt hatte, auch weltweit Freizeit- und Touristenattraktionen anzugreifen.
"Wir beobachten eure feigen Beamten und Kommandeure, Piloten und bösartigen Soldaten", sagte der Sprecher der Streitkräfte, Abolfazl Shekarchi, laut staatlichem Fernsehen.
"Von nun an werden die Promenaden, Ferienorte sowie Tourismus- und Unterhaltungszentren weltweit aufgrund der Informationen, die wir über euch haben, auch für euch nicht mehr sicher sein."
Aus dem Irak gab es erneut Meldungen von Angriffen in der Haupstadt Bagdad.
Die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass der Krieg keine Anzeichen einer Deeskalation zeigt und sich die Angriffe in der gesamten Region ausweiten.
Am Freitag wurde aus ganz Teheran von Explosionen berichtet, während die Iraner Nowruz, das persische Neujahrsfest, feierten. Das israelische Militär setzte seine Angriffe auf die iranische Hauptstadt fort und gab am Freitag bekannt, dass es drei hochrangige iranische Kommandeure getötet habe.
Unterdessen hat der Iran seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur im gesamten Golfgebiet verstärkt, nachdem Israel das vor der Küste gelegene iranische South-Pars-Gasfeld angegriffen hatte, das Teil der weltweit größten Erdgasvorkommen ist und das sich der Iran mit Katar teilt.
Die Ölraffinerie Mina Al-Ahmadi in Kuwait wurde mehrfach von iranischen Drohnen angegriffen. Der Iran griff zudem die Energieanlage Ras Laffan in Katar an. Die Behörden meldeten erhebliche Schäden und gaben an, dass sich die LNG-Exportkapazität Katars um 17 % verringert habe. Teheran griff zudem Ölanlagen in Saudi-Arabien und Israel an.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat daraufhin zugesagt, dass Israel auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump von weiteren Angriffen auf iranische Gasfelder absehen werde.