Den Betreibern von Deutschlands größtem Flughafen wird vorgeworfen, in Brasilien große Waldflächen für ein Logistiklager zu roden.
Gegen die Fraport AG, Betreiberin des Flughafens Frankfurt, ist nach Vorwürfen massiver Umweltschäden Klage erhoben worden.
Am Mittwoch, dem achtzehnten März, reichte die Stadträtin von Fortaleza, Gabriel Biologia, eine Sammelklage gegen den deutschen Konzern und mehrere öffentliche Aufsichtsbehörden ein. Sie fordert Schadenersatz von 100 Millionen brasilianischen Real, rund 16,5 Millionen Euro.
In der Klage ist von „Unregelmäßigkeiten und Rechtsverstößen“ im Zusammenhang mit der Abholzung eines Geländes rund um den Flughafen Fortaleza in Brasilien die Rede. Dort wird Wald gerodet, um ein Logistiklager zu bauen. Der Flughafen Fortaleza wird von einer Tochtergesellschaft der Fraport AG betrieben.
Fraport: Sammelklage wegen Umweltschäden
Nach Darstellung der Klägerin verstößt die Abholzung samt Bauprojekt gegen den Plan, den Brasiliens Luftfahrtbehörde ANAC im Rahmen der Konzessionsvergabe ursprünglich genehmigt hatte. Außerdem gebe es „schwerwiegende Mängel im Verfahren zur Umweltgenehmigung“.
In dem Schriftsatz heißt es außerdem, staatliche Stellen hätten zu den Unregelmäßigkeiten beigetragen. Dadurch sei die Zerstörung des Atlantischen Regenwaldes ermöglicht worden, mit direkten Folgen für die Tierwelt und die umliegenden Gemeinden.
Demnach wurden mehr als sechzig Acres Atlantischer Regenwald gerodet, eines der weltweit artenreichsten Ökosysteme, in dem etwa jede vierzehnte Pflanzenart der Erde vorkommt, um Platz für das Lager zu schaffen.
Biologia betont, es gehe nicht nur um einen Schwarzbau, sondern möglicherweise um das „größte Umweltverbrechen“, das Fortaleza seit einem Jahrzehnt erlebt habe.
„Mit dieser Klage wollen wir die Wiederherstellung des Waldes erreichen und all jene zur Verantwortung ziehen, die diesen Schaden zugelassen haben“, sagt sie.
„Besessen vom Profit“
Hannah Lawrence, Sprecherin des Netzwerks Stay Grounded, das sich für eine Reduzierung des Luftverkehrs im Kampf gegen die Klimakrise einsetzt, sagt: „Dieser Fall zeigt die Ungleichheit, die vielen Ausbauprojekten der Luftfahrt zugrunde liegt.
Globale Konzerne, besessen vom Profit, zerstören lokale Gemeinschaften und die Umwelt und gefährden unsere gemeinsame Zukunft. Einige wenige wohlhabende Anteilseigner profitieren, während Gemeinden wie jene in Fortaleza die Hauptlast tragen.“
Der Fall liegt nun der Justiz zur Prüfung vor; das Siebte Bundesgericht von Ceará in Brasilien befasst sich damit.
Euronews Green hat Fraport AG um eine Stellungnahme gebeten, bisher jedoch keine Antwort erhalten.