Ein Vorfall in Aachen rückt die Sicherheit sensibler Infrastruktur in den Fokus. Laut dem BKA häufen sich Überflüge und Sabotagefälle – betroffen sind Energie, Bahn und militärische Einrichtungen.
Ein mutmaßlicher Spionagefall an einem NATO-Standort in Nordrhein-Westfalen wirft neue Fragen zur Sicherheit kritlicher Infrastruktur in Deutschland auf. Darüber berichtet die BILD-Zeitung unter Berufung auf ein internes Lagepapier des Bundeskriminalamts.
Demnach stellten Einsatzkräfte Mitte März in Aachen einen 34-jährigen Deutsch-Russen, der eine Drohne über ein NATO-Tanklager gesteuert haben soll. Solche Anlagen gelten als sensibler Bestandteil der europäischen Treibstoffversorgung.
Ein Spaziergänger hatte das Fluggerät entdeckt und die Polizei alarmiert. Kurz darauf trafen die Beamten auf den mutmaßlichen Drohnenpiloten. Der Mann soll eingeräumt haben, gewusst zu haben, dass der Überflug verboten war. Bei ihm fanden die Einsatzkräfte laut BILD unter anderem eine Schreckschusspistole, Funktechnik sowie Ausrüstung für die Drohne. Zudem sollen in seiner Wohnung weitere Waffen und Plakate mit Russland-Bezug entdeckt worden sein. Nun wird geprüft, ob es sich um einen Einzelfall handelt oder um mögliche Spionage im Auftrag Dritter.
Sicherheitsbehörden warnen vor weiteren Vorfällen
Laut dem BKA-Bericht ist der Fall kein Einzelfall: Allein in diesem Jahr wurden Hunderte Drohnenüberflüge registriert. Hinzu kommen zahlreiche Verdachtsfälle von Sabotage ohne den Einsatz von Drohnen.
Wie konkret die Gefahr sein kann, zeigt ein weiterer Vorfall in Bayern. Dort wurde eine Bahnstrecke gezielt beschädigt, indem Kabel in Brand gesetzt wurden. Der Angriff führte zu erheblichen Störungen im Zugverkehr. An derselben Stelle hatte es bereits zuvor einen ähnlichen Vorfall gegeben.
Im Fokus stehen vor allem Bereiche der kritischen Infrastruktur, darunter die Energieversorgung, Bahnnetze und militärische Einrichtungen.