Am Col du Galibier läutet die Räumung der Schneemassen langsam die Rückkehr des Frühlings in den französischen Alpen ein. Straßenmeistereien melden seit Jahren weniger Schnee.
Jeden Sommer verwandelt sich der Col du Galibier in den französischen Alpen. Entlang der Straßen stehen Wohnmobile und Klappstühle bereit für die legendäre Passage der Tour de France.
Im Monat Mai bietet sich ein völlig anderes Bild. Die Berge tragen noch ihren gewaltigen weißen Mantel. Die Straße bis zum 2.642 Meter hohen Pass ist im Winter geschlossen. Meist wird der Galibier-Pass Anfang Juni wieder für den Verkehr geöffnet.
Schneefräsen dröhnen und fressen sich langsam durch die dicken Schneeschichten des Winters, bis der verschüttete Asphalt wieder zum Vorschein kommt.
"Manchmal türmt sich der Schnee auf bis zu 10, 12 oder 14 Meter hoch“, sagt Patrick Arnaud, Straßenwärter und Fahrer einer Schneefräse.
Weniger Schnee auf den Pässen in den Alpen
Mit den Jahren stellen die Beschäftigten der Straßendienste jedoch fest, dass die Schneemengen eher abnehmen.
"Früher mussten wir jedes Jahr die Schneewechte sprengen, die sich direkt am höchsten Punkt des Passes bildet. Inzwischen ist das sehr unberechenbar geworden. Dieses Jahr lassen wir es, weil kaum vchneemassen orhanden sind. Das Risiko ist praktisch null“, erklärt Frédéric Chevalier, Leiter des Straßendienstes im Sektor Cœur de Maurienne.
Das Räumen der Hochgebirgsstraßen erfordert viel Technik, Präzision und eine genaue Kenntnis des Geländes. Es hält aber auch Überraschungen bereit – und Begegnungen mit der lokalen Tierwelt.
"Bei richtig schlechtem Wetter sieht man kaum, wohin man fährt. Man kann sich fast verirren und neben der Straße landen, weil man keine fünf Meter weit sieht", berichtet Patrick Arnaud.
"Wenn die Murmeltiere aus dem Schnee auftauchen und darüberlaufen, ist das ein schöner Anblick. Man sieht auch Gämsen“, erzählt er.
Die langsame Rückeroberung der Pässe kündigt die Rückkehr der Hochsommersaison an. Der Verkehr nimmt wieder zu, mehr Touristinnen und Touristen kommen. In den Bergen kehrt Leben ein. Unverändert bleiben die Sicht auf die Weite der Alpen und die Schönheit der Landschaft.