Mitten in der eskalierenden Regionalkrise wird eine amerikanische Journalistin in Bagdad verschleppt. Ob der Fall mit dem Krieg verknüpft ist, bleibt offen - die Serie proiranischer Angriffe auf US-Einrichtungen im Land schürt jedoch neue Angst vor einer Ausweitung des Konflikts.
Eine amerikanische Journalistin ist am Dienstag in Bagdad entführt worden. Sicherheitskräfte verfolgen nach Angaben irakischer Beamter die Täter.
Das irakische Innenministerium erklärte, eine ausländische Journalistin sei entführt worden, nannte jedoch keine weiteren Einzelheiten.
Zwei irakische Sicherheitsbeamte, die anonym bleiben wollten, weil sie nicht befugt waren, sich öffentlich zu dem Fall zu äußern, sagten, bei der Entführten handle es sich um eine Frau mit US-Staatsbürgerschaft.
Nach ihren Angaben waren zwei Fahrzeuge an der Entführung beteiligt. Eines der Autos verunglückte bei der Verfolgung durch die Behörden in der Nähe der Stadt Al-Haswa in der Provinz Babil südwestlich von Bagdad. Die Journalistin sei daraufhin in ein zweites Fahrzeug gebracht worden, das vom Tatort flüchtete.
Das Innenministerium teilte mit, die Sicherheitskräfte hätten eine Operation gestartet, um die Entführer aufzuspüren. Grundlage seien "präzise Informationen" sowie "intensive Einsätze vor Ort", nachdem ein Fluchtfahrzeug der Täter abgefangen worden sei und sich überschlagen habe.
Ein Verdächtiger wurde festgenommen und eines der bei der Entführung eingesetzten Fahrzeuge beschlagnahmt. Weitere Tatverdächtige sind nach Angaben des Ministeriums jedoch noch auf freiem Fuß.
Zwei Sicherheitsquellen erklärten zudem, die US-Journalistin sei im Zentrum Bagdads in der Saadoun-Straße entführt worden.
Sie fügten hinzu, dass eine Warnung an alle Kontrollpunkte ausgegeben worden sei. Dies habe zu einer Verfolgung der Täter geführt, die sich südwestlich von Bagdad in Richtung der Provinz Babil bewegten.
Den Quellen zufolge wurde das Fahrzeug der Entführer, in dem sich die Journalistin befand, in der Nähe der Stadt Al-Haswa in einen Unfall verwickelt.
Ein Sprecher der US-Botschaft in Bagdad lehnte eine Stellungnahme ab.
Das US-Außenministerium erklärte: "Für die Trump-Regierung gibt es keine höhere Priorität als die Sicherheit der Amerikaner. Wir gehen diesen Berichten nach. Aus Datenschutzgründen und aus anderen Erwägungen können wir derzeit keine weiteren Angaben machen."
Unklar war zunächst, ob die Entführung im Zusammenhang mit dem laufenden Krieg steht. Vom Iran unterstützte Milizen im Irak haben seit Beginn der Feindseligkeiten am 28. Februar jedoch wiederholt Angriffe auf US-Einrichtungen im Land verübt.
Seit Beginn des Krieges hat die US-Botschaft zudem vor der Gefahr von Entführungen gewarnt und amerikanische Staatsbürger aufgefordert, das Land zu verlassen.