Tausende Fans der türkischen Mannschaft haben in Deutschland nach dem Sieg gegen den Kosovo die Teilnahme der Türkei an der Fußball-WM im kommenden Sommer gefeiert. Besonders angespannt war die Stimmung in Berlin.
"Türkiye, Türkiye, Türkiye" rufen zahlreiche Menschen am Breitscheidplatz in Berlin und schwenken türkische Fahnen, um zu feiern, dass sich die Türkei zum ersten Mal seit 24 Jahren für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert hat.
Beim Match gegen den Kosovo in Pristina hat die türkische Nationalmannschaft am späten Dienstagabend 0:1 gewonnen. Und etwa 2.500 Menschen haben diesen Sieg im Zentrum der deutschen Hauptstadt gefeiert.
Wie Tagesspiegel-Journalist Julius Geiler beobachtet hat, feierten auch bosnische Fans in Berlin. Bosnien-Herzegowina hat den vierfachen Champion Italien mit 4:1 im Elfmeterschießen aus der WM gekickt.
Die Türkei spielt bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko in Gruppe D gegen Mit-Gastgeber USA, Paraguay und Australien.
Sorge vor Ausschreitungen
Wie die WELT berichtet gab es gegen Mitternacht auch Ausschreitungen und Festnahmen. Eine Menge versuchte einen Jugendlichen zu verteidigen, der offenbar Pyrotechnik entzündet hatte. Die Polizei wollte den jungen Mann festnehmen, was schließlich gelang, nachdem ein Beamter Verstärkung angefordert hatte.
Auch in München waren die Einsatzkräfte der Polizei präsent, während türkische Fußball-Fans in der Leopoldstraße feierten.
In Frankfurt gab es einen großen Autokorso türkischer Fans am Mainufer entlang in die Innenstadt, der den Verkehr teilweise blockierte. Auch in Bremen und Dortmund wurde am Dienstagabend der Sieg der Türkei laut gefeiert.
"Wolfsgruß" - die umstrittene Geste der vergangenen EM
In den vergangenen Jahren war der Jubel für die Nationalmannschaft der Türkei auch häufig von Skandalen überschattet. So hatte der türkische Fußballer Merih Demiral bei der EM 2024 beim Torjubel im Match gegen Österreich den sogenannten "Wolfsgruß" gezeigt, dieser gilt als das Symbol der türkischen rechtsextremen Organisation "Graue Wölfe". Demiral wurde für zwei Spiele gesperrt.
Anders als in Frankreich sind die "Grauen Wölfe" in Deutschland nicht verboten.
Beim EM-Viertelfinale gegen die Niederlande zeigten tausende Fans der türkischen Mannschaft das umstrittene Zeichen. Es gab auch eine Debatte über den "Wolfsgruß" der als rechtsextrem eingestuften Ülkücü-Bewegung. In der Türkei wird er aber nicht nur von rechts-nationalistischen Politikern verwendet und von der Regierungspartei AKP verteidigt, sondern auch von Oppositionspolitikern.