Das israelische Militär sprach vom größten koordinierten Angriff im laufenden Krieg, bei dem innerhalb von 10 Minuten mehr als 100 Ziele der Hisbollah in Beirut, im Südlibanon und im östlichen Bekaa-Tal getroffen wurden.
Der Iran hat Berichten zufolge als Reaktion auf die israelischen Angriffe im Libanon die wichtige Straße von Hormus geschlossen. Das meldeten staatliche Medien am Mittwoch.
Der Schritt erfolgte am selben Tag, an dem ein zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen Teheran und Washington in Kraft trat, der die seit mehr als einem Monat andauernden Kämpfe vorerst beenden sollte.
Die Nachrichtenagentur Fars, die dem Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) nahesteht, berichtete, dass am Mittwoch noch zwei Öltanker mit iranischer Genehmigung die Meerenge passiert hätten. Inzwischen sei der Schiffsverkehr jedoch ausgesetzt worden.
Ein zentraler Punkt des Waffenstillstandsabkommens war, dass der Iran die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch Hormus zulassen würde, um die Unterbrechung des Öl- und Gasflusses zu mildern, die die Preise weltweit in die Höhe getrieben hat.
Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erklärten, das Abkommen schließe den Libanon nicht ein – eine Darstellung, die der Vermittler Pakistan bestreitet.
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei einer Welle israelischer Luftangriffe mindestens 112 Menschen getötet und 837 weitere verwundet.
Das israelische Militär sprach vom größten koordinierten Angriff im laufenden Krieg, bei dem innerhalb von 10 Minuten mehr als 100 Ziele der Hisbollah in Beirut, im Südlibanon und im östlichen Bekaa-Tal getroffen wurden.
"Die Luftangriffe des israelischen Feindes auf zahlreiche libanesische Gebiete, die bis in die Hauptstadt Beirut reichten, haben nach einer aktualisierten, nicht endgültigen Bilanz 112 Tote und 837 Verwundete gefordert", hieß es in einer Erklärung des Ministeriums.
Das israelische Militär erklärte, es habe Raketenwerfer, Kommandozentralen und Geheimdienstinfrastrukturen angegriffen, und beschuldigte die Hisbollah, Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu benutzen.
"Der Staat Libanon und seine Zivilbevölkerung müssen sich weigern, dass sich die Hisbollah in zivilen Gebieten verschanzt und ihre Waffen aufrüstet", erklärte das Militär in einer Erklärung.
Seit dem Ausbruch des jüngsten Krieges zwischen Israel und der Hisbollah am 2. März hat Israel nur selten das Zentrum von Beirut angegriffen, dafür aber regelmäßig den Süd- und Ostlibanon sowie die südlichen Vororte von Beirut attackiert.
Vor der neuen Angriffswelle erklärte ein Hisbollah-Beamter gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press, dass die Gruppe den Vermittlern eine Chance gebe, einen Waffenstillstand im Libanon zu erreichen, aber "wir haben nicht angekündigt, dass wir uns an den Waffenstillstand halten, da die Israelis sich nicht daran halten".