Polen rückt sicherheitspolitisch noch enger an Südkorea heran: Bei seinem Besuch in Seoul vereinbart Ministerpräsident Donald Tusk eine strategische Partnerschaft, die weit über Waffenlieferungen hinausgehen soll.
Polen und Südkorea haben sich am Montag darauf verständigt, ihre bilateralen Beziehungen zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft auszubauen. Im Zentrum soll dabei die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich stehen.
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk traf in Seoul zu einem Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung zusammen. Es war der erste Besuch eines polnischen Regierungschefs in Südkorea seit 27 Jahren.
Die beiden Politiker erörterten eine Reihe von Themen. Im Mittelpunkt stand dabei der Ausbau der Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie auf Grundlage eines im Juli 2022 unterzeichneten Rahmenabkommens im Wert von 44,2 Milliarden Dollar (39,6 Milliarden Euro).
Lee sagte, die Partnerschaft gehe weit über den Verkauf von Waffen hinaus und umfasse auch gemeinsame Produktion, Technologietransfer und Ausbildung.
"Panzer des Typs K2, Panzerhaubitzen des Typs K9, leichte Kampfflugzeuge des Typs FA-50 und Mehrfachraketenwerfer des Typs Chunmoo, ausgestattet mit südkoreanischer Technologie und südkoreanischem Stolz, schützen heute das polnische Territorium und seine Bevölkerung auf breiter Front", sagte er.
Tusk betont Bedeutung der Zusammenarbeit
Tusk bezeichnete Südkorea als Polens "wichtigsten Verbündeten nach den Vereinigten Staaten, insbesondere im Bereich der Verteidigungsindustrie".
Beide Seiten vereinbarten außerdem, ihre Zusammenarbeit auf weitere Bereiche auszuweiten, darunter Energieversorgungsketten, Infrastruktur, Wissenschaft und Technologie, Hightech-Industrie und Raumfahrt.
Warschau ist zu einem wichtigen Abnehmer südkoreanischer Waffen geworden, seit Polen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 mit der Modernisierung seiner Streitkräfte begonnen hat.
Tusks zweitägiger Besuch, der am Sonntag begann, ist seine erste Reise in ein außereuropäisches Land seit seinem Amtsantritt als polnischer Ministerpräsident im Jahr 2023. Im Anschluss an seinen Aufenthalt in Seoul will er nach Tokio weiterreisen.
Polen und Südkorea nahmen 1989 diplomatische Beziehungen auf.