Der Flachlandgorilla kam 1959 nach Berlin. Dank spezieller Pflege lebt er dort weit länger als die üblichen 35 bis 40 wilden Jahre in freier Wildbahn.
Fatou ist inzwischen die älteste Gorilladame der Welt, die in Gefangenschaft lebt. Im Berliner Zoo hat sie ihren neunundsechzigsten Geburtstag gefeiert.
Zu ihrem Ehrentag servierten ihr die Pfleger ein Festmahl aus Kirschtomaten, Roter Bete, Lauch und Salat – ein Buffet ohne Mengenbegrenzung. Auf eine Geburtstagstorte verzichteten sie jedoch, denn Zucker bekommt der betagten Menschenaffen-Dame nicht.
Fatou gehört zur Art der Westlichen Flachlandgorillas. Im Jahr 1959 kam sie mitten im Kalten Krieg ins damalige West-Berlin. Damals war sie wohl etwa zwei Jahre alt.
In freier Wildbahn werden Gorillas meist nur rund fünfunddreißig bis vierzig Jahre alt. In Zoos erreichen sie oft ein höheres Alter, weil sie gepflegt werden und Medikamente erhalten.
Fatou ist im Jahr 2024 nach dem Tod des Flamingos Ingo zum ältesten Bewohner des Zoos geworden. Der Vogel war Schätzungen zufolge mindestens fünfundsiebzig Jahre alt und lebte seit 1955 im Zoo.
Wie Fatou in den Berliner Zoo kam
Fatou kam wahrscheinlich in freier Wildbahn in Westafrika zur Welt. Einer weit verbreiteten Geschichte zufolge fing ein französischer Seemann sie ein und setzte sie in Marseille als Bezahlung für seine Zechenschulden ein, berichtet das Guinness-Buch der Rekorde. Ein französischer Tierhändler soll sie später an den Berliner Zoo verkauft haben.
Heute lebt Fatou in einem eigenen Gehege und hält lieber Abstand zu den anderen Gorillas des Zoos. Sie hat keine Zähne mehr und leidet unter Arthrose und Hörverlust.
Christian Aust, der Leiter der Primatenabteilung im Berliner Zoo, sagt, sie sei den Pflegern gegenüber freundlich, aber immer noch ein wenig stur.
Nach einem Leben in Gefangenschaft zur Unterhaltung der Menschen hat sie sich das verdient. Alles Gute zum Geburtstag, Fatou.