Jung, teilweise qualifiziert, Migrationshintergrund: Daten des Statistischen Bundesamts verraten das typische Profil der deutschen Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte. Denn etwa jeder Fünfte ist nicht in Deutschland geboren.
Sie kommen aus Polen, aus der Türkei oder aus der Ukraine, haben sich aber entschieden langfristig in Deutschland zu leben. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland hat eine Einwanderungsgeschichte. Das sind rund 21,8 Millionen in Deutschland lebende Menschen, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat.
Als Mensch mit Einwanderungsgeschichte gelten alle, die entweder selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Das trifft auf ein Fünftel der Deutschen zu: 26,3 Prozent. Der Anteil im Jahr 2025 ist gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte gestiegen, der Anstieg ist allerdings kleiner als in den vorhergegangenen Jahren.
Die Erhebungen des Statistischen Bundesamts basieren auf dem Mikrozensus. Darin werden stichprobenartig pro Jahr jeweils rund ein Prozent der Bevölkerung befragt.
Etwa jede fünfte in Deutschland lebende Person (19,8 Prozent der Bevölkerung) ist den Berechnungen des Statistischen Bundesamts zufolge selbst eingewandert. Damit stieg die Zahl der Eingewanderten deutlich schwächer als in den Vorjahren. Zusätzliche 6,5 Prozent der Bevölkerung waren direkte Nachkommen von Eingewanderten.
Ist nur einer von zwei Elternteilen eingewandert, werden die Personen nicht zur Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte gezählt. Der Anteil dieser in Deutschland lebenden Personen beläuft sich im Jahr 2025 auf fünf Prozent der Bevölkerung.
Binnen der vergangenen 20 Jahre hat sich die Zahl der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte verdreifacht. Gab es 2005 noch 13 Millionen Menschen in Deutschland mit Einwanderungsgeschichte, so ist die Zahl im Jahr 2025 auf 21,8 Millionen Personen gestiegen.
Zwei Drittel dieser Menschen (67 Prozent) sind selbst eingewandert, bei einem Drittel (33 Prozent) handelt es sich um Menschen mit zwei eingewanderten Elternteilen. Der Anteil der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte an der Gesamtbevölkerung stieg zwischen 2005 und 2025 um rund 10 Prozentpunkte von 16,0 Prozent auf 26,3 Prozent.
Wer sind die Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland?
Im Vergleich zur deutschen Bevölkerung sind Menschen mit Einwanderungsgeschichte jung. In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen hatte mehr als jede dritte Person eine Einwanderungsgeschichte. Bei den über 65-Jährigen hat nur jede siebte Person einen Einwanderungsgeschichte.
Im Durchschnitt war der Anteil an Personen mit Einwanderungsgeschichte 38,2 Jahre alt - etwa neun Jahre jünger als die Bevölkerung ohne Einwanderungsgeschichte. Hier liegt der Durchschnitt bei etwa 47,6 Jahren.
Von den selbst eingewanderten jungen Erwachsenen im Alter von 25 bis 34 Jahren hatte ein Drittel einen akademischen Abschluss. Etwa ebenso viele hatten jedoch keinen beruflichen Abschluss und befanden sich weder in Bildung noch in Ausbildung.
Die Hauptgruppen der Zugewanderten bilden Menschen aus fünf Ländern.
Jeweils 1,5 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Einwanderungsgeschichte aus Polen und der Türkei, 1,3 Millionen Menschen haben einen Migrationshintergrund aus der Ukraine, jeweils eine Million Menschen haben eine Einwanderungsgeschichte aus Russland und Syrien. Sie machen gemeinsam 39 Prozent aller Eingewanderten aus. Das sind etwa 16,4 Millionen Menschen in Deutschland.