Es wurden mehrere Nachbeben geringerer Stärke registriert. Die Behörden bleiben in Alarmbereitschaft und beobachten die Entwicklung.
Ein Erdbeben mit einer Stärke von 5,7 auf der Richterskala ereignete sich am Freitagmorgen um 06:18 Uhr in einem Seegebiet südlich von Kreta und versetzte die Bewohner vor allem an der Südküste der Insel in Unruhe.
Das Epizentrum lag nach Angaben des Geodynamischen Instituts der Nationalen Sternwarte von Athen etwa 23 Kilometer südwestlich von Goudoura Sitia in der regionalen Einheit Lassithi.
Das Beben war fast überall auf der Insel zu spüren, und die Bewohner von Sitia und Ierapetra berichteten, dass sie aus dem Schlaf gerissen worden sind. Sie sagten, das Beben sei nicht nur stark gewesen, sondern habe auch lange angehalten.
Der Bürgermeister von Sitia, George Zervakis, sagte: "Das Erdbeben war stark und dauerte ziemlich lange. Das hat die Bewohner beunruhigt, die noch immer das Beben spüren, da wahrscheinlich Nachbeben zu erwarten sind."
Den bisherigen Aufzeichnungen zufolge folgten mindestens fünf Nachbeben mit einer Stärke zwischen 3,5 und 3,8 auf der Richterskala, was die Bewohner zwar beunruhigt, aber im Rahmen der Erdbebenserie als erwartet gilt.
Experte rät von Baden im Meer ab
Ein Seismologe rät derzeit davon ab, ins Meer zu gehen, wegen höherer Wellen, die durch das Beben ausgelöst werden könnten. Akis Tselentis bezeichnete das Beben als wenig überraschend: In den vergangenen Monaten seien in der Region vermehrt kleine Erschütterungen gemessen worden, berichtete er der Zeitung „Ta Nea“.
Südlich von Kreta stoßen die afrikanische und die europäische Erdplatte aufeinander – die eine schiebt sich unter die andere. Dadurch kommt es dort regelmäßig zu teils kräftigen Erdbeben.
Grund zur größeren Sorge sieht Tselentis jedoch nicht. Vorsorglich empfiehlt er dennoch, vorerst auf das Baden im Meer zu verzichten. Selbst vergleichsweise kleine, durch das Beben ausgelöste Wellen könnten insbesondere für Kinder gefährlich werden.
Lokale Behörden in Alarmbereitschaft
Sowohl der Bürgermeister von Ierapetra, Manolis Fragoulis, als auch der Bürgermeister von Sitia haben sich seit dem frühen Morgen mit allen zuständigen Stellen in Verbindung gesetzt und empfehlen den Bürgern, Ruhe zu bewahren, und betonen, dass die Lage genau beobachtet wird.
Bisher wurden bei den Kontrollen, die auch von der Feuerwehr durchgeführt wurden, keine Schäden oder Verletzungen festgestellt.
Für die Region erklärte der stellvertretende Regionalgouverneur von Lassithi, Yannis Androulakis, dass das Erdbeben eine spürbare Dauer hatte und in vielen Gebieten der Insel besonders spürbar war.
Der Präsident der Organisation für die Planung und den Schutz vor Erdbeben, Efthimios Lekkas, erklärte gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ERT, das Erdbeben habe sich in einer geringen Tiefe von etwa 5 Kilometern ereignet, was erkläre, warum es so stark zu spüren war. Gleichzeitig schätzte er, dass das Beben nicht nur auf Kreta, sondern auch auf benachbarten Inseln wie Kasos und Karpathos zu spüren war.
Experten weisen darauf hin, dass für die vollständige Auswertung der Daten und der seismischen Sequenz Zeit benötigt wird, während die Behörden in Alarmbereitschaft bleiben und die Entwicklung des Phänomens weiterhin prüfen und überwachen.