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40. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe: Selenskyj wirft Russland "Nuklearterrorismus" vor

Ein Mann legt am 25. April 2026 in Slawutytsch Blumen an einer Gedenkstätte für die Feuerwehrleute und Arbeiter nieder, die 1986 bei der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ums Leben kamen.
Ein Mann legt am 25. April 2026 in Slawutytsch Blumen an einer Gedenkstätte für die Feuerwehrleute und Arbeiter nieder, die 1986 bei der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ums Leben kamen. Copyright  Dan Bashakov/AP Photo
Copyright Dan Bashakov/AP Photo
Von Lucy Davalou
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Ukrainer versammelten sich, um der Toten des Unfalls sowie der Hunderttausenden zu gedenken, die nach der Katastrophe Aufräumarbeiten durchführten und sich dabei einer hohen Strahlenbelastung aussetzten.

Anlässlich des 40. Jahrestags der Katastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland "Nuklearterrorismus" vorgeworfen. Hintergrund seien wiederholte Drohnenflüge über das Gelände.

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Selenskyj nutzte den Jahrestag, um in sozialen Medien zu warnen, dass Russland mit seinem Angriffskrieg die Welt "erneut an den Rand einer von Menschen verursachten Katastrophe" bringe.

Er verwies darauf, dass regelmäßig Drohnen über Tschernobyl flögen. Eine davon habe im vergangenen Jahr sogar die Schutzhülle des Reaktors getroffen.

"Die Welt darf nicht zulassen, dass dieser Nuklearterrorismus weitergeht. Der beste Weg ist, Russland zu zwingen, seine rücksichtslosen Angriffe einzustellen", sagte Selenskyj.

Menschen versammeln sich zu Ehren der Verstorbenen

Menschen halten Kerzen vor einem Symbol für Strahlengefahr an einer Gedenkstätte für Feuerwehrleute und Arbeiter, die nach dem Tschernoby-Unglück von 1986 ums Leben kamen, Ukraine, 25. April 2026.
Menschen halten Kerzen vor einem Symbol für Strahlengefahr an einer Gedenkstätte für Feuerwehrleute und Arbeiter, die nach dem Reaktorunglück von Tschernoby 1986 ums Leben kamen, 25. April 2026, Ukraine. AP Photo

In der nordukrainischen Stadt Slawutytsch versammelten sich in der Nacht zum Samstag Menschen zu einer Gedenkfeier. Sie erinnerten an die Aufräumarbeiten nach der Katastrophe und gedachten der Opfer.

Kerzen wurden in Form eines Strahlensymbols aufgestellt, um den Jahrestag zu markieren.

Nach dem Unglück von 1986 wurden Soldaten, Feuerwehrleute, Bergleute, Sanitäter und Ingenieure aus der gesamten Sowjetunion eingesetzt. Insgesamt waren in den folgenden vier Jahren rund 600.000 Menschen an den Aufräumarbeiten beteiligt – viele von ihnen unter hoher Strahlenbelastung.

Die schlimmste zivile Nuklearkatastrophe der Geschichte

Die Explosion im Kernkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986 um 01:23 Uhr gilt als schwerste zivile Nuklearkatastrophe der Geschichte.

Auslöser war ein menschlicher Fehler während eines Sicherheitstests. Dieser führte zur Explosion von Reaktor 4 im Norden der heutigen Ukraine, die damals Teil der Sowjetunion war. Radioaktive Stoffe gelangten in die Atmosphäre, der Reaktorkern brannte über mehr als zehn Tage.

Nach Angaben der Internationale Atomenergie-Organisation lagen die Ursachen in gravierenden Konstruktionsmängeln sowie in Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften.

Die radioaktive Kontamination erfasste zunächst die Ukraine, Belarus und Russland, bevor sich die Strahlung über weite Teile Europas ausbreitete. In Schweden wurden bereits zwei Tage nach dem Unfall erhöhte Werte gemessen.

Der damalige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow bestätigte den Unfall erst Wochen später öffentlich.

Ein Bericht der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2005 schätzt die Zahl der strahlenbedingten Todesfälle in den am stärksten betroffenen Regionen auf etwa 4.000. Greenpeace ging in einer späteren Studie von deutlich höheren Zahlen aus.

Angriffe gehen weiter

Auch am Jahrestag dauerten die russischen Angriffe auf die Ukraine an. In der Nacht wurden nach ukrainischen Angaben mindestens drei Menschen getötet und vier weitere verletzt, als Russland 144 Drohnen einsetzte. 124 davon seien abgewehrt worden.

In der Grenzregion Sumy kamen zwei Menschen ums Leben, wie die Militärverwaltung mitteilte.

In Dnipro wurde einen Tag nach einem schweren Luftangriff mit mindestens acht Todesopfern eine weitere Person getötet, vier weitere wurden durch Drohnen- und Artilleriebeschuss verletzt.

Cutter • Lucy Davalou

Weitere Quellen • AP & AFP

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