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Iran-Krieg: Angst und Frust der etwa 20.000 festsitzenden Seeleute vor der Straße von Hormus

Irans Revolutionsgarden beschlagnahmen offenbar ein Frachtschiff
Irans Revolutionsgarden beschlagnahmen offenbar ein Frachtschiff Copyright  AP Photo
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Von Euronews mit APTN
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Mehrere hundert Schiffe mit mindestens 20.000 Seeleuten stecken seit 2 Monaten im Persischen Golf fest, weil die Straße von Hormus weiterhin blockiert ist: sowohl von den Revolutionsgarden des Iran als auch von US-Präsident Donald Trump. Sogar die Kommunikation mit den Familien ist schwierig.

Hunderte Schiffe mit mindestens 20.000 Seeleuten stecken weiterhin im Persischen Golf fest, weil sie die Straße von Hormus nicht passieren können.

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Zuletzt - zwischen dem 13. und dem 19. April - gelang es etwa 80 Schiffen, die Meerenge zu passieren. Vor dem Iran-Krieg gab es etwa 130 Durchfahrten pro Tag.

Laut den Vereinten Nationen sind Dutzende Schiffe unter Beschuss geraten, mindestens 10 Seeleute wurden getötet.

Seeleute berichten von Angst und Isolation

Diejenigen, die in der Nähe iranischer Häfen vor Anker liegen, berichten von einer angespannten Atmosphäre, von Angst und Isolation.

Reza Muhammad Saleh, ein indonesischer Seemann meldet sich per Video. Er sagt: "Unser Schiff liegt nun mehr als einen Monat hier. An dem Tag, als wir am 3. März anlegten, gab es bereits einen Drohnenangriff. Wir wussten nicht, woher er kam, aber wir erhielten die Information, dass er aus dem Iran stammte. Es gab eine Explosion bei einem Öldepot in der Nähe unseres Schiffes."

Das Schiff mit 24 Besatzungsmitgliedern aus Indonesien, arabischen Ländern, Indien und Äthiopien befördert in der Regel Eisenerz durch die Golfstaaten und passiert dabei ein- bis zweimal im Monat die Straße von Hormus. Nun benötigt es eine schriftliche Genehmigung aus dem Iran. "Kein Unternehmen will ohne diese Genehmigung das Risiko eingehen“, erklärt Saleh.

US-Präsident Donald Trump hat zwar den Waffenstillstand auf unbestimmte Zeit verlängert, doch an seiner Blockade der iranischen Häfen hält er fest.

Als Vergeltung hat Teheran mehrere Schiffe beschossen und zwei Frachter beschlagnahmt.

Manoj Kumar Yadav, der Generalsekretär der Gewerkschaft Forward Seamen’s Union India, hat Kontakt zu blockierten Crewmitgliedern: "Vor dem Waffenstillstand berichteten die Seeleute von zahlreichen Problemen: Es herrschte Nahrungsmittelknappheit, und einige Schiffe begannen, die Wasserversorgung auf zwei Stunden morgens und zwei Stunden abends zu rationieren. Das größte Problem war, dass die Seeleute nicht mit ihren Familien kommunizieren konnten.“

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation fordert dringend einen humanitären Korridor, um die eingeschlossenen Crews zu evakuieren. Teheran verlangt aber weiterhin Durchfahrtsgebühren und will die Strasse von Hormus nur für Schiffe öffnen, die Iran als „nicht feindlich“ einstuft.

Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und Flüssigerdgas LNG transportiert, so dass die Blockade die Energiepreise weltweit in die Höhe treibt.

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