Der Betreiber Technomar bestätigte, dass die "Epaminondas" von einem Kanonenboot beschossen und von iranischen Streitkräften geentert worden sei. Die Crew sei nicht verletzt worden, das Schiff aber beschädigt.
Der Iran hat ein Video veröffentlicht, das angeblich zeigt, wie seine Streitkräfte ein Frachtschiff in der Straße von Hormus entern.
In dem vom iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Video nähern sich bewaffnete Männer mit maskierten Gesichtern in einem Schnellboot einem großen Schiff und entern es. Nach Angaben iranischer Medien handelt es sich um eine Operation der Revolutionsgarde.
Schiffsbeschlagnahmungen
Iranische Medien berichten, dass die Revolutionsgarde zwei Schiffe, die "MSC Francesca" und die "Epaminondas" wegen Verstößen gegen die Sicherheit im Seeverkehr beschlagnahmt hätten.
Der Betreiberkonzern Technomar Shipping Inc. bestätigte offiziell, dass das Containerschiff "Epaminondas" in einen Sicherheitsvorfall verwickelt war, und gab eine detaillierte Beschreibung der Ereignisse.
Demnach befand sich das Schiff "auf der Durchfahrt durch die Straße von Hormus, als es sich am 22. April 2026 um 06:50 Uhr Ortszeit etwa 20 Seemeilen vor der Küste Omans einem bemannten Kanonenboot näherte und von diesem beschossen wurde".
Das Unternehmen betonte, dass "alle Besatzungsmitglieder in Sicherheit sind und es keine Berichte über Verletzungen oder Umweltverschmutzung gibt", und bestätigte, dass das Schiff "anschließend von iranischen Streitkräften geentert wurde". Die Schiffsbrücke soll bei dem Beschuss beschädigt worden sein.
Gleichzeitig wies das Unternehmen darauf hin, dass es "in ständigem Kontakt mit den zuständigen Behörden in der Region" stehe und betonte, dass "die Sicherheit und das Wohlergehen der Besatzung weiterhin Priorität haben und wir mit allen beteiligten Parteien zusammenarbeiten, um die Situation unverzüglich zu lösen".
Die "Epaminondas" ist ein 94.769 Tonnen schweres Containerschiff, das 1998 gebaut wurde und die liberianische Flagge führt.
Die Vorfälle sind Teil einer größeren Operation des Irans in der Meerenge. Am Mittwoch eröffneten iranische Streitkräfte das Feuer auf drei Schiffe und beschlagnahmten zwei von ihnen.
Eskalation mit den Vereinigten Staaten
Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA bleiben hoch, und die diplomatischen Bemühungen sind ins Stocken geraten.
Der Iran wirft den Vereinigten Staaten mangelnden guten Willen bei den Verhandlungen vor, und die Gespräche, die in Pakistan hätten stattfinden sollen, wurden bislang nicht fortgesetzt.
Unterdessen halten die Vereinigten Staaten die Blockade iranischer Häfen aufrecht, auch wenn Donald Trump die Waffenruhe verlängert hat.
Die Regierung in Washington behauptet, die Beschlagnahmung von Schiffen verstoße nicht gegen die Bedingungen der Waffenruhe.
Die Straße von Hormus ist eine wichtige Durchfahrt für etwa 20 % des weltweiten Ölhandels unter normalen Bedingungen.
Die anhaltenden Spannungen haben die Schifffahrt in der Region bereits eingeschränkt, und es gibt keine klaren Anzeichen für eine Deeskalation.