Die MQ-9-Reaper-Drohnen hätten eigentlich bereits auf der Basis Lajes eintreffen sollen. Portugal verlangt aber zuvor Details unter anderem zu Technik und Piloten.
Der Name lässt kaum Fragen offen: Die "Reaper", so von den Luftstreitkräften der USA und Großbritanniens getauft, lässt sich mit "Sensenmann" übersetzen – angelehnt an den "Grim Reaper", die bekannte Personifizierung des Todes in der westlichen Popkultur. Schon der Name unterstreicht ihre Rolle als Angriffswaffe.
Die Reaper ist eine Kriegswaffe, die größte und schlagkräftigste unbemannte Kampfdrohne und eines der derzeit modernsten Systeme im Einsatz.
Wie kommen diese Drohnen zum Einsatz?
Reaper-Drohnen dienen vor allem der Aufklärung und Überwachung. Gleichzeitig tragen sie Hellfire-Raketen für präzise Schläge gegen Ziele. Damit werden sie in Gefechtssituationen zu einem wichtigen Instrument für Angriffe.
Die Drohne kann strategische Ziele mit hoher Genauigkeit treffen. Sie transportiert AGM-114-Hellfire-Raketen sowie lasergelenkte oder GPS-gesteuerte Bomben, etwa GBU-12 und GBU-38.
Nach Angaben des Herstellers (Quelle auf Portugiesisch), des US-Unternehmens General Atomics Aeronautical, handelt es sich um "ein äußerst zuverlässiges Luftfahrzeug", das so entwickelt wurde, dass es "die Zuverlässigkeitsstandards bemannter Luftfahrzeuge erfüllt und übertrifft".
Seit wann gibt es die Drohne?
Die MQ-9A absolvierte ihren Erstflug im Jahr 2001. Eine Drohne kostet rund achtundvierzig Millionen Euro pro Stück.
Wer nutzt diese Drohne?
Trotz ihrer enormen Feuerkraft haben bislang nur wenige Staaten das System beschafft. Nach Herstellerangaben setzt die Luftwaffe von nur fünf Ländern die MQ-9A ein: USA, Vereinigtes Königreich, Italien, Frankreich und Spanien. Auch die NASA verfügt über diese Drohne.
Was sind ihre größten Stärken?
Die Reaper gehört zur Klasse MALE (Medium Altitude, Long Endurance). Sie fliegt in mittlerer Höhe, kann aber sehr lange in der Luft bleiben. Die Drohne verbindet dauerhafte Überwachung und Aufklärung mit direkter Unterstützung von Bodentruppen.
Sie ist zu einem Kernstück moderner Kriegsführung geworden und senkt das unmittelbare Risiko für Soldatinnen und Soldaten, ermöglicht stunden- oder tagelange Beobachtung und führt schnelle, präzise Angriffe durch.
Wie groß ist die Reaper?
Die MQ-9 Reaper ist etwa elf Meter lang. Ihre Spannweite erreicht bis zu 24 Meter und liegt damit in der Größenordnung eines kleinen Verkehrsflugzeugs.
Wie lange bleibt sie in der Luft?
Nach Angaben des Herstellers hat die MQ-9A eine Flugdauer von mehr als siebenundzwanzig Stunden. Sie erreicht Höhen von bis zu 15.240 Metern und kann 1.361 Kilogramm Außenlast tragen.
Braucht die Reaper einen Piloten?
Die Drohne agiert nicht autonom. Piloten und Einsatzkräfte steuern sie von Bodenstationen aus. Die Steuerung kann auch über Satellit erfolgen. So lassen sich weltweite Missionen fliegen, ohne dass die Besatzungen sich selbst im Einsatzgebiet aufhalten.
Warum fordert Portugal mehr Informationen?
Die portugiesische Luftfahrtbehörde Autoridade Aeronáutica Nacional verlangt zusätzliche Informationen zu den Lizenzen der Piloten, die die Drohnen steuern sollen. Außerdem möchte sie Details zur vorgesehenen Zone für eine Notwasserung im Ernstfall.
Die Behörde hat diese Fragen an die US-Botschaft in Lissabon gerichtet.