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Abschied von Alex Zanardi: Ex-Rennfahrer und Paralympics-Star stirbt mit 59

Alex Zanardi
Alex Zanardi Copyright  Copyright 2016 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Euronews
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Legendärer Rennfahrer Alessandro Zanardi mit 59 Jahren gestorben – vom Formel-1-Piloten zum Paralympics-Handbiker, sein Leben stand für Mut und eiserne Willenskraft.

Die Sportwelt trauert um einen ihrer beliebtesten Söhne. Alessandro "Alex" Zanardi ist am Abend des ersten Mai gestorben, nur wenige Monate vor seinem sechzigsten Geburtstag, den er im kommenden Oktober gefeiert hätte.

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Die Familie gab die Nachricht in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Sie erklärte, Alex sei friedlich im Kreis seiner Liebsten eingeschlafen. Die Angehörigen danken allen, die ihnen ihre Anteilnahme zeigen, und bitten um größtmöglichen Respekt vor ihrem Schmerz und ihrer Privatsphäre in dieser Zeit der Trauer. Angaben zur Beisetzung wollen sie zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen.

Karrierebeginn: vom Nachwuchsfahrer zum Kart-"Parigino"

Die Legende Zanardi beginnt auf dem Asphalt der Kartbahnen. Mit vierzehn Jahren schenkt ihm sein Vater ein Kart, die Leidenschaft ist geweckt. Wegen seiner außergewöhnlichen technischen Fähigkeiten und seines sauberen Fahrstils erarbeitet sich Alex schnell den Spitznamen "Parigino". Nach seinem Debüt in der Formel 3 im Jahr 1988 gelingt ihm 1991 der Sprung in die Formel 3000.

Am Steuer der Reynard des Teams "Il Barone Rampante" verblüfft der Italiener die Motorsportwelt. Er gewinnt gleich sein erstes Rennen in Vallelunga und kämpft trotz einiger Zuverlässigkeitsprobleme bis zum Saisonfinale gegen Christian Fittipaldi um den Titel.

Zanardis Aufstieg in die Formel 1

Seine starken Auftritte in den Nachwuchsklassen wecken das Interesse der Teamchefs in der Formel eins. Sein Debüt in der Königsklasse gibt er 1991 bei Jordan, wo er Roberto Moreno ersetzt. Es folgen Einsätze für Lotus. Mit dem Traditionsteam überlebt er 1993 einen schweren Unfall in Spa-Francorchamps, als ein Einschlag mit 240 km/h im Raidillon ihn zu einem vorzeitigen Saisonende zwingt.

Trotz seines offensichtlichen Talents fehlen ihm konkurrenzfähige Autos. Finanzielle Zwänge und Teamstrukturen drängen ihn schließlich in die USA, wo er in der CART-Serie zur Ikone wird und zwei Weltmeistertitel gewinnt.

Lausitzring: Drama und Neubeginn

In dieser Serie ändert sich am 15. September 2001 sein Leben für immer. Auf dem deutschen Lausitzring prallt er mit voller Wucht in das Auto von Alex Tagliani und verliert dabei beide Beine.

Zanardi kommt in lebensbedrohlichem Zustand ins Krankenhaus und erhält sogar die letzte Ölung. Nach sechs Wochen im Krankenhaus und 15 Operationen beginnt jedoch eine Reha, die die ganze Welt staunen lässt.

Letzte Herausforderung und Unfall bei Pienza

An Aufgeben denkt Zanardi nicht. Er macht aus der Katastrophe eine neue Chance. Zunächst kehrt er mit Handsteuerung in den Autorennsport zurück, dann startet er eine zweite Karriere im Para-Radsport und dominiert dort die internationale Szene. Bei den Spielen von London 2012 holt er zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille, vier Jahre später wiederholt er den Erfolg in Rio 2016 mit zwei weiteren Olympiatiteln. Sein Palmarès wächst zudem um zwölf Weltmeistertitel, die er zwischen 2013 und 2019 gewinnt, und macht ihn zu einem globalen Botschafter des Behindertensports.

Doch das Schicksal schlägt am 19. Juni 2020 erneut zu. Bei einer Benefiz-Staffelfahrt mit dem Handbike nahe Pienza verunglückt Zanardi schwer. Die Kollision mit einem Lastwagen führt zu schweren neurologischen Verletzungen und löst einen neuen, langen medizinischen Kampf mit zahlreichen Eingriffen und langsamen Fortschritten aus.

Obwohl er 2021 wieder das Bewusstsein erlangt und sich sein Zustand in den folgenden Monaten stabilisiert, prägen die Folgen dieses tragischen Ereignisses den letzten Abschnitt seines Lebens. Zanardi hinterlässt ein Erbe, das weit über Medaillen hinausgeht. Er bleibt ein lebendiges Beispiel dafür, wie menschlicher Wille selbst größte Hindernisse überwinden kann.

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