Nach dem Fund der Sprengstoff-Drohne neben ukrainischen Antonows haben die Ermittler in Leipzig DNA-Spuren entdeckt. Wie mehrere Medien berichten, deutet einiges auf einen Zusammenhang mit einem Fall 2024 hin.
In der Nacht auf den 5. August 2026 hätte es am Flughafen Leipzig/Halle beinah eine Katastrophe gegeben, weil eine mit Sprengstoff und einem Zünder präparierte Drohne in der Nähe einer Frachtmaschine der ukrainischen Antonov Airlines aufgetaucht war. An Bord des Flugzeugs soll Munition für die Ukraine gewesen sein.
Neuen Erkenntnissen zufolge - über die Die Zeit berichtet - zeigen Bilder einer Überwachungskamera, dass die Drohne gegen 19 Uhr 30 gezielt gegen das ukrainisches Frachtflugzeug geflogen und auf dessen Tragfläche eingeschlagen war. Das mit Semtex bestückte Flugobjekt sei aber nicht direkt explodiert, sondern von der Antonow abgeprallt und zu Boden gefallen. Offenbar hatte sich der Sprengstoff von der Drohne gelöst. Nach Angaben von Bild war die Drohne in der Nähe des Treibstofftanks des Flugzeugs gegen die Antonow geprallt.
Entdeckt hat die Drohne am späten Abend kein Sicherheitssystem, sondern einem Busfahrer des Flughafens war das gefährliche Gerät laut Bericht vier Stunden nach dem Aufprall aufgefallen. Er trat mit dem Fuß auf das Flugobjekt. Der Sprengstoff lag offenbar etwas weiter entfernt.
DNA-Spur an der Drohne führt offenbar nach Litauen
Fünf Tage nach dem Vorfall am Flughafen Leipzig melden Bild und Zeit, dass die Ermittlungsteams an der nicht explodierten Drohne DNA-Spuren sichergestellt haben. Zwar ist noch keine einzelne Person identifiziert, doch es gab laut Bild einen Treffer in der europäischen DNA-Datenbank - und die Spur führt offenbar nach Litauen.
Zudem soll die jetzt gesicherte DNA mit der von einem Brandanschlag am 20. Juli 2024 gegen das DHL-Logistikzentrum am Flughafen Leipzig übereinstimmen. Die Paketbombe explodierte damals am Boden und nicht an Bord der Flugzeugs in der Luft, nur weil die Frachtmaschine der DHL Verspätung hatte.
Mehrere Verdächtige stehen seit dem Frühjahr auch wegen der Paketbombe von 2024 in Leipzig im litauischen Vilnius vor Gericht. Der Vorwurf lautet "Terrorismus und Sabotage im Auftrag einer fremden Macht". Die Staatsanwaltschaft in Litauen erklärte, die Straftaten mit selbstgebastelten Sprengsätzen seien "von Bürgern der Russischen Föderation organisiert und koordiniert worden, die mit den militärischen Geheimdiensten der Russischen Föderation in Verbindung stehen".
Die Angeklagten sollen Paketbomben über Frachtdienste wie DHL und DDP quer durch Europa geschickt haben. Angriffsziele waren laut litauischen Behörden Deutschland, Polen und Großbritannien. Auch die EU-Justizbehörde Eurojust in Den Haag sieht Russlands Militärgeheimdienst GRU hinter der Anschlagsserie im Jahr 2024.
Die Bundesanwaltschaft ermittelt nach dem Drohnenfund in Leipzig wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Bundeskanzler Friedrich Merz hat bisher jeden Hinweis auf eine mögliche Verantwortung Russlands hinter dem Drohnen-Vorfall vermieden. Innenminister Alexander Dobrindt sprach bei seinem Besuch in Leipzig lediglich von der möglichen Beteiligung "fremder Mächte".
Der Kreml bestreitet jegliche Verwicklung Russlands in den Drohnen-Angriff von Leipzig. Die russische Botschaft in Berlin sprach auf Telegram von einer "gegen Moskau gerichtete Provokation" und warnte vor einer "neuen Welle antirussischer Hysterie in Deutschland".