Euronews-Reporter Toby Gregory berichtet, die Stimmung in der Kabine sei ruhig geblieben. Sicherheitsbedenken habe es unter den Passagieren nicht gegeben, auch weil Emirates konsequent auf die Sicherheit seiner Fluggäste achte.
Der Euronews-Reporter Toby Gregory stand am Montag am Flughafen London Heathrow kurz vor dem Abflug nach Dubai, als auf seinem Handy Warnmeldungen aufpoppten: Neue iranische Drohnen- und Raketenangriffe in den Vereinigten Arabischen Emiraten seien im Gange.
Das Verteidigungsministerium der Emirate und die staatliche Nachrichtenagentur bestätigten kurz darauf, dass ein weiterer Angriff aus dem Iran auf das Land gerichtet war. Zuvor hatten die Behörden die Bevölkerung mehrfach aufgefordert, Schutz zu suchen. "Vier vom Iran abgefeuerte Marschflugkörper wurden in unterschiedlichen Regionen des Landes registriert.
"Drei konnten über den Hoheitsgewässern abgefangen werden, einer stürzte ins Meer", erklärte das Verteidigungsministerium über soziale Medien. Gregory schilderte die Situation aus dem Inneren der Maschine: Der Airbus A380 von Emirates habe zunächst planmäßig zum Start angesetzt und sich bereits auf der Rollbahn befunden, als der Kapitän die Passagiere informierte, dass das Flugzeug vorsorglich zum Gate zurückkehre.
Die Einsatzleitung der Airline habe dies angeordnet. "Kurz vor dem Abheben wurde die Maschine tatsächlich wieder umgedreht", berichtete Gregory aus dem Flugzeug.
In dem Euronews-Video ist der Flugkapitän zu hören. Er erklärt, die Maßnahme hänge mit "der sich derzeit ständig verändernden Lage in Dubai" zusammen. Der Abflug in London war für 16:15 Uhr BST vorgesehen.
Rund eine Stunde später begann das Bodenpersonal, zusätzlichen Treibstoff zu laden. Damit sollte sichergestellt werden, dass die Maschine flexibel reagieren kann – etwa bei einer möglichen Umleitung oder falls sie im Anflug auf Dubai in eine Warteschleife gehen müsste. Eine übliche Vorsichtsmaßnahme.
Gregory berichtete, die Stimmung an Bord sei ruhig geblieben. Unter den Passagieren habe es keine erkennbaren Sicherheitsbedenken gegeben, auch weil die Airline konsequent auf Sicherheit setze. "Sicherheit hat für Emirates oberste Priorität. Solche Situationen werden vorsorglich und im Rahmen der üblichen Abläufe gehandhabt", sagte der Euronews-Reporter, während die Maschine weiter auf die Starterlaubnis wartete.
VAE kritisieren VAE verurteilen iranische Angriffe als Eskalation
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die jüngsten iranischen Angriffe auf ihr Staatsgebiet scharf kritisiert. Es sind die ersten Vorfälle dieser Art seit Inkrafttreten eines Waffenstillstands mit dem Iran. Die Regierung in Abu Dhabi spricht von einer "gefährlichen Eskalation".
"Diese Angriffe stellen eine gefährliche Zuspitzung und eine inakzeptable Grenzüberschreitung dar. Sie bedrohen unmittelbar die Sicherheit des Staates sowie die Stabilität und Integrität seines Territoriums", erklärte das Außenministerium der VAE. Zugleich betonte die Führung, man behalte sich "das volle und legitime Recht" vor, auf die Angriffe zu reagieren.
Aus Teheran kamen dagegen beschwichtigende Töne. Das iranische Staatsfernsehen zitierte am Montag offizielle Stellen mit der Aussage, es gebe "keine Pläne", die VAE anzugreifen. Auch ein ranghoher Militärvertreter erklärte, Iran habe nicht die Absicht, die Emirate ins Visier zu nehmen – trotz der Berichte aus Abu Dhabi über erneuten Beschuss. Als unmittelbare Reaktion auf die angespannte Lage ordneten die Behörden in den VAE an, den Unterricht landesweit auf Distanzbetrieb umzustellen.
Nach Angaben des Bildungsministeriums sollen alle Schulen für den Rest der Woche wieder auf Fernunterricht setzen.
"Das Bildungsministerium hat beschlossen, von Dienstag, dem 5. Mai 2026, bis Freitag, dem 8. Mai 2026, auf Fernunterricht umzustellen", teilte die Behörde in einer über soziale Medien verbreiteten Erklärung mit. Unterdessen fand die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, deutliche Worte. Die iranischen Angriffe seien eine "klare Verletzung der Souveränität und des Völkerrechts".
"Diese Angriffe sind inakzeptabel", schrieb sie auf X und ergänzte, die Sicherheit in der Golfregion habe "unmittelbare Auswirkungen auf Europa". Die Kommissionspräsidentin betonte zudem, die Europäische Union werde gemeinsam mit ihren Partnern "auf Deeskalation und eine diplomatische Lösung hinarbeiten, um das brutale Vorgehen des iranischen Regimes zu beenden – sowohl gegenüber seinen Nachbarn als auch gegenüber der eigenen Bevölkerung".