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Infektionen auf Kreuzfahrtschiff: WHO bestätigt acht Fälle

Das Kreuzfahrtschiff MV Hondius liegt am Montag, dem vierten Mai zweitausendsechsundzwanzig im Hafen von Praia auf Kap Verde vor Anker.
Das Kreuzfahrtschiff MV Hondius ankert am Montag, 4. Mai 2026, im Hafen von Praia auf den Kapverdischen Inseln. Copyright  (AP Photo/Arilson Almeida)
Copyright (AP Photo/Arilson Almeida)
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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WHO bestätigt achten Hantavirus-Fall mit Kreuzfahrtschiff MV Hondius im Atlantik.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bei Passagieren des Schiffes bislang acht Fälle registriert: drei Todesopfer, einen kritisch erkrankten Patienten und drei Personen mit leichten Symptomen.

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Die Schweizer Behörden haben am Mittwoch einen weiteren Hantavirus-Fall bei einem Passagier des Kreuzfahrtschiffs MV Hondius bestätigt.

Der genaue Ursprung der Fälle ist noch unklar. Fest steht laut WHO jedoch: Es handelt sich um die Variante des Andes-Hantavirus, die von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

„Wir gehen davon aus, dass es bei sehr engen Kontakten zu Ansteckungen von Mensch zu Mensch kommen kann – etwa bei Ehepaaren oder Menschen, die sich eine Kabine teilen“, sagte Maria Van Kerkhove, Leiterin des Bereichs für Epidemie- und Pandemieprävention bei der WHO.

Das von einem Hantavirus-Ausbruch betroffene Schiff liegt derzeit vor Praia, der Hauptstadt von Cabo Verde, vor Anker. In voraussichtlich drei Tagen soll es in Teneriffa anlegen.

Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, wies am Mittwoch jedoch die Entscheidung der spanischen Regierung zurück, das Kreuzfahrtschiff MV Hondius in den Archipel zu bringen.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, nach derzeitigem Kenntnisstand stuft die Organisation das Risiko für die Allgemeinbevölkerung als gering ein.

Die meisten Hantaviren springen nicht direkt von Mensch zu Mensch über. Eine Ausnahme ist nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) der Andes-Stamm, der vor allem in Teilen Südamerikas vorkommt und sich bei engem, längerem Kontakt zwischen Menschen verbreiten kann.

Was ist das Hantavirus?

Als Hantaviren bezeichnet man eine Gruppe von Viren, die von Nagetieren übertragen werden. Sie gelangen vor allem über eingeatmete Staubpartikel aus getrocknetem Kot infizierter Tiere in den menschlichen Körper.

Der Erreger verbreitet sich vor allem über Kontakt zu infizierten Nagetieren oder zu deren Urin, Speichel oder Kot – insbesondere wenn diese Materialien aufgewirbelt werden und in die Luft gelangen.

Eine Infektion kann zum Hantavirus-Lungensyndrom (HPS) führen. Typische Beschwerden sind Kopfschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost, Fieber, Muskel- und Bauchschmerzen. Später können Atemnot und Blutdruckabfall einsetzen.

Nach Angaben der WHO treten Symptome des HPS meist zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung auf.

Sie können jedoch schon nach einer Woche beginnen oder erst bis zu acht Wochen nach der Exposition auftreten.

Wo liegt das Schiff jetzt?

Das Kreuzfahrtschiff m/v Hondius des niederländischen Unternehmens Oceanwide Expeditions liegt derzeit vor der Küste von Cabo Verde vor Anker. An Bord befinden sich 149 Menschen.

Die örtlichen Gesundheitsbehörden verweigern bislang die Genehmigung zur Ausschiffung der Passagiere.

Spanien kündigte an, das Schiff auf den Kanarischen Inseln aufzunehmen. Die WHO berief sich in ihrem Appell an Spanien auf die Einhaltung des Völkerrechts und auf den „humanitären Geist“ und betonte, Cabo Verde verfüge nicht über die Kapazitäten, um einen Einsatz dieser Größenordnung zu bewältigen.

Die Regierung von Pedro Sánchez erklärt, der Transfer folge humanitären Kriterien.

Der Präsident der Kanarischen Inseln stellte die Entscheidung jedoch infrage und sagte, sie vermittle der Bevölkerung des Archipels „kein Gefühl der Sicherheit“.

Er betonte zudem, die „Haltung der Regierung der Kanarischen Inseln“ sei, die Operation in der derzeit geplanten Form abzulehnen. Es fehlten die notwendigen Informationen, um die gesundheitliche Sicherheit des Archipels zu gewährleisten.

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