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Drei Flughäfen stoßen dreimal so viel CO2 aus wie Paris – einer liegt in Europa

Ein Flugzeug startet über Sicherheitskameras in der Nähe des Flughafens Heathrow in London am Dienstag, dem fünften Juni zweitausendachtzehn.
Eine Maschine startet über Überwachungskameras in der Nähe des Flughafens Heathrow in London, am Dienstag, dem fünften Juni 2018. Copyright  Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am
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Neue Daten zeigen: 1.300 Flughäfen belasten Klima und Luftqualität – für Europa sind die Ergebnisse besonders schlecht.

Drei europäische Flughäfen zählen trotz ihres Versprechens, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, zu den weltweit größten CO2-Schleudern.

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Eine neue Studie des Thinktanks ODI Global in Zusammenarbeit mit der Organisation Transport & Environment (T&E) beleuchtet die zehn klimaschädlichsten Flughäfen der Welt. Dafür wertete das Team die Auswirkungen von 1.300 internationalen Drehkreuzen auf Klima und Luftqualität aus.

Die Auswertung basiert auf Daten aus dem Jahr 2023, den neuesten Zahlen des International Council on Clean Transportation. Demnach wäre die Luftfahrt, würde man sie als Staat betrachten, der fünftgrößte Emittent weltweit.

Ranking: Die zehn klimaschädlichsten Flughäfen

Spitzenreiter ist der Flughafen Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das wichtige Drehkreuz stieß im Jahr 2023 rund 23,2 Millionen Tonnen CO2-Emissionen aus.

Knapp dahinter folgt London Heathrow im Vereinigten Königreich mit 21 Millionen Tonnen CO2, gefolgt vom Flughafen Los Angeles mit 18,8 Millionen Tonnen.

Zusammen verursachen diese drei Flughäfen etwa dreimal so viele CO2-Emissionen wie die gesamte Stadt Paris.

Auf Platz vier liegt der Flughafen Incheon bei Seoul, gefolgt vom New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen. Dahinter folgen Hongkong, Paris-Charles-de-Gaulle und Frankfurt am Main.

Weltweit sind nur 100 Flughäfen für rund zwei Drittel der gesamten CO2-Emissionen aus dem Passagierflugverkehr verantwortlich. Flughäfen in Europa stoßen mehr CO2 aus als alle Drehkreuze in Lateinamerika, dem Nahen Osten und Afrika zusammen.

Ein von fossilen Brennstoffen abhängiger Sektor

Nach Einschätzung von T&E zeigt die Studie, dass die Luftfahrt beim Ziel der Klimaneutralität weiterhin klar vom Kurs abweicht.

„Einem von fossilen Brennstoffen abhängigen Sektor immer mehr Wachstum über zusätzliche Flughafen-Kapazitäten zu erlauben, verstärkt nur die größte Schwachstelle der Luftfahrt“, sagt Denise Auclair von T&E.

In den meisten europäischen Hauptstädten und Regionen gebe es laut ihr keine wirtschaftliche Rechtfertigung mehr für den Ausbau von Flughäfen. „Es ist höchste Zeit, Energieunabhängigkeit und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger in den Vordergrund zu stellen.“

Sam Pickard, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei ODI Global, warnt: Viele Branchen haben ihre Emissionen seit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 schrittweise gesenkt. Die Luftfahrt vergrößert ihren Fußabdruck dagegen kontinuierlich.

„Hinzu kommt, dass wir weiterhin regelmäßig von Ausbauplänen für Flughäfen hören, die ignorieren, dass die Luftfahrt bei den Emissionen völlig aus dem Rahmen fällt“, ergänzt Pickard.

„Das darf man nicht länger unter den Teppich kehren, mit halbherzigen Versprechen, den Einsatz teurer sogenannter nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels) hochzufahren, oder mit schwachen Kompensationsmechanismen. Es braucht dringend eine echte Strategie und einen Fahrplan, der auch eine Steuerung der Nachfrage umfasst.“

Euronews hat den Flughafen Dubai, London Heathrow und LAX um eine Stellungnahme gebeten.

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